Interview #377 Roy Berger alias RoyBär von 20plusZwei

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Ich hatte zu meiner Freude diese Woche ein sehr interessantes Interview mit #377 Roy Berger alias RoyBär von 20plusZwei. Der 27 Jährige Oderbrucher verriet so einiges über sich und seine zukünftigen Projekte.

Um eines vorweg zu nehmen, wir werden noch viel vom RoyBär hören! Aber lest selbst!

Foto: DB-PIX.de

Seit wann fährst Du schon Motocross? Wie hat alles angefangen?

Moin moin erstmal. Angefangen hat das alles schon ziemlich früh bei mir, da es sich bei Familie Berger schon immer um Motorsport gedreht hat. Mein Opi Siegfried ist damals selbst Motocross auf seiner umgebauten MZ gefahren. Später fuhr er dann Rallye. So bin ich quasi schon von klein auf damit in Kontakt gekommen. Wir hatten leihweise dann ab und an eine PW50 bei Opi, womit ich dann meine ersten Erfahrungen sammeln konnte.

So richtig begonnen hat das Ganze aber erst, als meine beiden Onkel Chris und Steffen mit Motocross angefangen haben. Das war glaub ich 1998. Ich stand als kleiner Stippi dann immer daneben und wollte das auch unbedingt machen. Zu Ostern 1999 war es dann endlich soweit und ich bekam mein erstes eigenes Motorrad. Eine Kawasaki KX 60 mit lilafarbener Sitzbank. Was ein heißes Teil! So fing das alles an. Also kann man sagen, dass ich bis auf ein paar Verletzungspausen nun seit 20 Jahren schon im MX-Sport zuhause bin.

Kannst Du Dich an Dein erstes Mal Fahren erinnern?

An das allererste Mal kann ich mich leider nicht mehr erinnern, aber an den ersten Ritt auf meiner KX60 schon. Das war gleich zu Ostern 1999 am Osterfeuer bei uns im Dorf, wo ich meine ersten Runden gedreht habe. Das war auch das erste Mal, dass ich schalten musste. Und das war alles gar nicht so einfach für den Anfang.

Dein Opa hat Dich vom ersten Tag an immer unterstützt, richtig? Wurde Dir da Dein Talent schon in die Wiege gelegt?

DEFINITIV! Ohne Opi wäre das gar nicht möglich gewesen. Er hat alles getan, was in seiner Macht stand, um mir den Sport zu ermöglichen. An dieser Stelle muss ich mich auch nochmal bei Opi bedanken! Bis heute kümmert er sich um den ganzen technischen Teil, was Wartung und Instandhaltung angeht.

Ich denke, dass ich eher Glück hatte. Mit meinen sieben Jahren konnte ich relativ früh mit dem ganzen Sport anfangen. Hinzu kommt, dass wir seit Tag 1 eine eigene Strecke direkt hinter dem Haus von Opi hatten, wo wir immer trainieren konnten. Klar, das gewisse Talent und den Ehrgeiz, sich selbst weiter zu pushen, muss man auch haben. Immerhin habe ich zu meiner aktiven Zeit mindestens drei- bis viermal in der Woche auf dem Bike gesessen.

Foto: Laura Müller

Was waren Deine besten und vor allem emotionalsten Erfolge?

Das ist immer schwierig zu sagen. Ich bin auf jeden Fall stolz auf meine insgesamt acht Meistertitel in der Landesmeisterschaft, davon sechsmal in Berlin/Brandenburg und zweimal in Mecklenburg Vorpommern.

Dann habe ich 2009 noch Punkte bei den ADAC Masters einfahren können, was auch nicht ohne war. Zu der Zeit war die Renndistanz noch auf 35 Minuten plus zwei Runden. 2007 war mein letztes Jahr auf der 250ccm Maschine. Dort bin ich beim Lauf zur Jugend Europameisterschaft in Schwedt sechster geworden und das mit einem nahezu originalem Bike.

Außerdem natürlich das Quali-Training in Drehna bei den ADAC Youngsters, als ich schneller als Ken Roczen war. Heute würde er mich zwölfmal überrunden, wenn das mal reicht!

Die emotionalen Geschichten waren eher die Misserfolge. Von einem dieser Momente gibt’s sogar ein Video vom Roten aka Rene Brückelt. Das war in Jüterbog 2006, als ich ohne wirklichen Grund auf Platz zwei oder drei liegend die schwarze Flagge bekommen habe und damit disqualifiziert wurde. Da bin ich etwas aus der Haut gefahren. Aber auch damit muss man klar kommen, die Sache abhaken und weiter nach vorne schauen.

Foto: DB-PIX.de

Was meinst Du, was sind Deine Stärken und Schwächen?

Meine Stärken sind, denke ich, zum einen meine mentale Stärke bzw. das ich das Ganze immer nicht ganz so ernst genommen habe. Ich habe mich nicht im vorhinein schon verrückt gemacht, denn Motocross ist auch zum großen Teil Kopfsache. Zum anderen meine Fahrtechnik. Ich versuche möglichst sauber, rund und kraftsparend zu fahren. Das ist allerdings auch eher die Ursache meiner größten Schwäche.

Ich bin ein fauler Sack. Alles was mit Sport oder die dazugehörige Ernährung angeht, hab ich nie gemacht. Ich habe zwar viel mit dem Bike trainiert, aber das war es dann auch. Während meiner ganzen „Karriere“ war ich nicht einmal im Gym oder Laufen. Nichts!

Bist Du Schwiegermamas Liebling? Du kannst ja manchmal auch seriös. :-)

Das müsste man meine Schwiegermama fragen. Aber ich denke, sie ist mit mir ganz zufrieden.:)

Ja, tatsächlich kann ich auch mal seriös sein. Nicht immer, aber wenn es darauf ankommt schon. Ich versuche mich einfach nicht zu verstellen und so zu sein, wie ich nun mal bin.

Foto: Anre Fitkau

Man sagt Dir einen unwahrscheinlichen Kurvenspeed/Style nach, wie siehst Du das?

Das mit den Kurven und dem ruhigen Fahrstil ist irgendwie mein Markenzeichen geworden. Auf jeden Fall ist das cool, so einen Ruf in der Szene zu haben. Ich denke, das kam einfach dadurch, dass ich die Möglichkeit hatte, so oft auf dem Bike zu trainieren. Das Ganze hat viel mit Gefühl und Spurenwahl zu tun.

Aktuell sieht man Dich ja bei den Rennen leider eher an der Strecke, statt auf dem Bike. Was ist los?

Naja, so ganz stimmt das ja nicht. Ich bin dieses Jahr schon drei Rennen gefahren. Allerdings alle in Mecklenburg Vorpommern.

Der Hauptgrund dafür ist seit letztem Jahr unser 20plusZwei Projekt. Dort bin ich seit Anfang 2018 fest als Kameramann und Editor eingespannt. Dazu kommt noch, dass ich Marv aka „den Bruder, den ich niemals wollte“ bei den Rennen betreue. Das wäre dann schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen, wenn ich dann auch noch fahren würde.

Foto: Arne Fitkau

Warum fährt ein Roy Berger keine Meisterschaften mehr?

Abgesehen von meinen Verletzungen, die sich ab und zu mal wieder bemerkbar machen, fehlt mir irgendwie die Motivation dafür. Wenn ich wieder eine ganze Meisterschaft mitfahre, dann will ich auch vorne dabei sein. Ich weiß, wie viel Zeit fürs Training drauf geht – ganz zu schweigen von der Kohle, die man dabei verbrennt.

Foto: crossbloxx.de

Kann die Szene auf ein Comeback von Dir hoffen? Wie sehen die kommenden Pläne aus?

Ab und zu geistert mir die Idee mal durch den Kopf, nochmal anzugreifen. Ich kann auf jeden Fall so viel dazu sagen – Wenn es jemals ein Comeback geben wird, werde ich das heimlich machen, mich ordentlich vorbereiten und ohne große Ankündigung beim ersten Rennen der Saison am Startgatter stehen.  

Sonst steht unsere 20plusZwei-Geschichte erst einmal im Vordergrund.

Foto: DB-PIX.de

Fahrerlehrgänge hast Du ja auch schon gegeben. Können sich die Hobbyfahrer in näherer Zukunft auf Kurse freuen, um von Dir Tricks zu lernen?

Geplant ist es auf jeden Fall! Das Ganze soll über das gesamte Wochenende gehen und Marv ist auch schon dabei, passende Strecken in Berlin/Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern klar zu machen. Ich hoffe, wir bekommen das dieses Jahr noch hin. Wenn nicht, dann ab nächstes Jahr definitiv. Also wer Interesse hat, sollte am besten bei Instagram @20pluszwei abonnieren! Dann seid ihr immer auf dem neuesten Stand, was das angeht.

Gibt es noch andere Hobbys von Dir, außer Deine Frau und feuchtfröhliche Partys?

Also neben Motocross und meiner Freundin, bin in viel mit dem Fahrrad unterwegs. Früher eher mit dem BMX und heute mit meinem Enduro MTB, womit ich ab und zu im Bikepark bin oder hier in der Region die Wälder unsicher mache. Außerdem mache ich viel mit Photoshop und Co in meiner Freizeit und fotografiere oder filme auch sehr gerne. Wobei filmen und bearbeiten in letzter Zeit eher Arbeit als Hobby ist.

Erzähl mal, was und wer steckt hinter dem Projekt 20plusZwei? Wie seid Ihr dazu gekommen? Wer ist Eure Zielgruppe? Was wollt Ihr erreichen?

Hinter 20plusZwei steckt ursprünglich nur meine Idee, die ich Anfang 2018 hatte. Es gab vor uns schon einige Motocrosser die bei YouTube waren, aber das war mir alles zu gestellt und blöd gesagt, zu seriös. Das war irgendwie langweilig und meiner Meinung nach nicht wirklich unterhaltsam. Ich wollte einfach auf eine lockere Art und Weise den Motocross-Alltag auf Hobbyebene einfangen und ihn so wie er ist zeigen. Und das alles so ungefiltert, wie es der Jugendschutz zulässt. Quasi wollte ich die Videos produzieren, die ich selbst gerne sehen wollte.

Am Anfang bestand 20plusZwei nur aus Jonas und mir. Durch mehr oder weniger Zufall kamen ab dem zweiten Video Michi und Marv noch mit dazu und das hat alles wie Arsch auf Eimer gepasst. Wir sind einfach eine geile Truppe aus Freunden, die zusammen Spaß haben und das mit der Welt teilen will. Ich hätte nie mit solch einem Erfolg gerechnet bzw. hätte ich nicht gedacht, dass sich das alles so entwickelt.

Eigentlich gibt es nicht wirklich ein Ziel bei der Geschichte. Klar bekommen wir so sehr viel Aufmerksamkeit, was die Sponsorensuche erleichtert, da wir mit mittlerweile 20.000 Aufrufe in der Woche eine gute Werbefläche bieten. Aber das war nie das Ziel gewesen. Wir wollen einfach nur unterhalten und Spaß haben.

Da wir die Videos mehr oder weniger nach unserem Geschmack und Humor gestalten, haben wir nicht wirklich eine Zielgruppe, die wir besonders ansprechen wollen. Unsere Zuschauer sind laut YouTube zwischen 13-65 Jahre alt. Klar, der Großteil davon sind eher Leute aus der jüngeren Generation. Ob das so gut ist, weiß ich selbst nicht. Wir sind nicht gerade die Vorzeigesportler, das wissen wir auch, aber wir sind halt wie wir sind und verstellen uns auch nicht. Das ist auch das, was uns meiner Meinung nach ausmacht. Authentizität!

Es gab in letzter Zeit öfter mal Kritik und ich weiß auch, dass es einigen Eltern nicht gefällt, was wir so machen. Allerdings sind wir nicht dafür verantwortlich, was ihre Kinder für Medien konsumieren sondern deren Erziehungsberechtigte.

Woher kommen die Ideen für die Filme? Ihr nehmt Euch ja dabei auch alle nicht so ernst? :-)

Wirkliche Ideen gibt es eigentlich nicht. Wir treffen uns zum fahren oder zum Rennen und irgendwann wird die Kamera raus geholt und gefilmt. Da ist nichts geplant oder gestellt. Wir sind so, wie wir sind, ob mit oder ohne Kamera. Wobei man sagen muss, dass immer wenn die Kamera aus ist, leider die lustigsten Sachen passieren!

Ich sichte dann das Material im Nachhinein und sehe, was ich daraus machen kann. Manchmal kommen mir auch die Ideen beim Filmen, so wie das MTV Crips mit Marv im „Start Gate“ Video. Für ein paar Videos gibt es schon einen groben Ablaufplan, so wie die Projektbike-Serie, die zum Saisonende wieder weiter geht oder das Video, das demnächst mit Kai Haase kommen wird – aber es gibt kein Script oder dergleichen.

Foto: DB-PIX.de

Ist Podcast jetzt ein weiteres Tool für Euch?

Mehr oder weniger schon, ja. Marv und ich hatten mega Lust so etwas zu produzieren. Das ist alles nur zum Spaß und so wie wir da Lust drauf haben. Wir sind mit der ersten Folge direkt in den deutschen Podcast-Charts auf Platz 60 gelandet, was völliger Wahnsinn war! So etwas motiviert natürlich weiter zu machen.

Da geht’s allerdings eher weniger um Motocross sondern um private Geschichten von Marv und mir.

Aber ja klar, im Endeffekt ist es eine weitere Werbeplattform für uns und unsere Sponsoren sowie Unterstützer.

Foto: DB-PIX.de

Was sind die nächsten Projekte auf Eurer ToDo-Liste?

Wir sind gerade noch auf der Suche nach einem neuen Produzenten für unserer 20plusZwei Merchandise und bauen dafür noch einen eigenen Onlineshop.

Sonst ist ja jetzt erst einmal Sommerpause und Festivalsaison. Darunter natürlich die beiden Motocross-Events des Jahres, die keiner aus der Szene verpassen sollte!

Zum einen das PlayRide-Festival im MX Park Plate vom 01.08. – 04.08.2019, was definitiv legendär wird.

Und natürlich das 100 – the Challenge am 04.10.2019 in Stendal/Borstel!

Beide sind mega Events, bei denen man dabei sein muss! Wir sind auf jeden Fall bei beiden Veranstalltungen vor Ort und werden keine Party auslassen!

Ansonsten werden wir sehen, was die Zukunft bringt und was uns für Dusseligkeiten noch einfallen.

Foto: DB-PIX.de

Letzte Worte:

An die Eltern – Verliert den Spaß nicht aus den Augen. Klar, das kostet alles verdammt viel Zeit und Geld, aber einige sehen die ganze Sache leider immer sehr verbissen und setzen ihre Kids zu sehr unter Druck.

An die Kids da draußen – bedankt euch einfach öfter bei euren Eltern, dass sie alles dafür tun, um euch den geilsten Sport der Welt zu ermöglichen!

Außerdem möchte ich mich bei all meinen Sponsoren nochmal recht herzlich für die Unterstützung bis zum heutigen Tag bedanken. Besonders noch einmal bei Opi!

Danke an ALLE Fans und Sponsoren von 20plusZwei für eure Unterstützung, egal welcher Art. IHR SEID DIE BESTEN!!!

Außerdem gehen Grüße raus an meine Boys, auf die ich immer zählen kann, egal was ist! Ganz viel Liebe!

Und natürlich auch danke an Crossbloxx.de für dieses sehr sehr schöne Interview!

krrrrr….Roy over and out……krrr

Sponsoren: 20plusZwei, Berlin Bike Connection, Mowik, Bell, EVS, Zap Technix

Kontakt: 20pluszwei@web.de

Facebook: Roy Berger #377

Instagram: @royberger.377

Fotoquelle Titelbild: DB-PIX.de

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