Ein Telefonat mit dem legendären Profistar Mohaak McFly…

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Foto: Anne Büstrin

Es war ein Mittwochabend, so wie jeder andere. Es gab nur einen Unterschied, ich war zum Telefongespräch mit Mohaak McFly verabredet. Eigentlich war mein Arbeitstag vorher mega stressig, anstrengend und ermüdend. Aber nach dem Telefonat fühlte ich mich plötzlich erholt.

Hat McFly ungeahnte Kräfte? Jedenfalls hab ich viel gelacht!

Während ich mich also auf der Couch bequem machte, zog McFly sich in sein „Luxusbad“ zurück, um kurz in Ruhe zu telefonieren und ließ Kumpel  Holzi allein im Wohnzimmer.

Foto: crossjunkies

Da die Verbindung der Handys vom Brandenburger Dorf zu Brandenburg Stadt nicht sehr berauschend war, die Entfernung war einfach zu groß, öffnete Mohaak das Fenster und lies das WLan rein. Zwischendurch schluckte das Fliegengitter immer mal ein paar Worte, aber im Großen und Ganzen haben wir uns doch verstanden.

McFly´s erste Lizenz

Wie alles anfing…

McFly kam zum Motocross, wie der Hahn zur Henne. Er lernte die Exfreundin eines Crossers kennen und kam mit ihr zusammen. Gleichzeitig verstand er sich gut mit dem Exfreund der Freundin und dieser überredete ihn, mal mit zum Motocross zu fahren.

McFly: „Der Exfreund war nen total netter, olle Matze. Wir haben uns irgendwie auf Anhieb trotzdem gut verstanden, obwohl wir die gleiche Freundin hatten. Oder ich hatte und er nicht mehr. Naja, dann bin ich mit seinem Moped gefahren, irgendwie hat sich die Freundschaft so toll entwickelt. Dann war die Braut Nebensache. Die war dann irgendwann auch wieder weg und unsere Freundschaft hat seit dem Bestand. 2003, ca. zwei Jahre später, hab ich ihm auch ein Motorrad abgekauft.“

erstes Bike
der erste Kühler…

Aufgewachsen und groß geworden ist er in Sachsen Anhalt und hat erst mit ca. 20 angefangen, Motocross zu fahren. Für Mohaak ist das alles zu einer großen Familie geworden: „Dann saß man irgendwo beim Abendbrotessen am Tisch, wo wir nix bei hatten. Wir waren immer gerne gesehen, auch wenn wir nicht die Schnellsten waren. Wie eine Familie. Dadurch habe ich mich immer auf das Wochenende gefreut. Wenn dann Rennen war, musste ich nicht feiern gehen, sondern konnte Sport machen. War schon toll. Ist manchmal heute nicht mehr das Gleiche, muss man auch mal sagen.„

Foto: crossjunkies

Ab und zu versucht McFly in der Seniorenklasse „mitzupullern“, wie er so schön sagt. „Aber die Dettmanns, Siromskys und Co sind ja alle so schnell.“

McFLy:„Letztens musste ich schmunzeln, als ich gegen Holger Dettmann gefahren bin und er mir Paroli bieten konnte.“.

Was er mit seinen 37 Jahren mal zusammengefasst festgestellt hat, ist, dass mit dem Alter dann auch noch der Ehrgeiz kommt. „Dann hatte man mal ein Erfolgserlebnis und bleibt dabei. Damals war ich mal beim Boxen. Hätte ich da schon so einen Ehrgeiz gehabt, wie beim Motocross, dann wäre ich Henry Maske geworden!“, erzählt er und lacht.

Team Mohaak / Foto: Anne Büstrin

Sein emotionalster Erfolg

Seinen größten emotionalen Erfolg hatte Mohaak bei einem Rennen in Westeregeln. Damals noch in der LM Clubsport-Klasse.

McFly: „Ich war immer so vierter oder fünfter in der ganzen Clubsport-Klasse. Das war ein Schlammrennen. Mega Schlamm im zweiten Lauf. Wir waren vorher bis morgens um sechs noch in der Disco feiern. Dann hatte ich im zweiten Lauf so eine geile Spur gehabt und war dann pro Runde zehn Sekunden schneller als der Erste. Ich habe dann wirklich alle platt gemacht, bin gesprungen und wurde von Runde zu Runde immer schneller. Das war das größte emotionalste Ergebnis. Da musste ich auch hinterher kurz mal ein bissl weinen, weil das für mich so toll war. Weil ich endlich mal zeigen konnte, dass man zumindest ein bisschen Mal vorne mithalten kann. Auch wenn es nur die Clubsportklasse war, jeder hat ja so seine Klasse. Ich hab ja immer das Problem, dass ich zu schnell für die Hobbys aber zu langsam für die Schnellen bin.“

>>> Plötzlich war die Leitung kurz unterbrochen, ich hörte nur ein rauschen. Anschließend fasst Mohaak McFly die Situation zusammen: „Hier in Brandenburg ist es immer wie mit der sozioökonomischen Struktur, die ist auch immer weg.“<<<

schon früher ein Pausenclown

Die Geburt Mohaak McFly´s

McFly erzählt: „Der Name kommt aus der Zukunft, weil ich ja auch immer so ein verpeilter kleiner Quatschkopf bin. Da kam dann öfters: „Hallo McFly, jemand zu Hause?“ Wenn man erstmal einen Spitznamen hat, das geht schnell.“

Foto: crossjunkies

Als er dann anfing, Videos zur Erinnerung zu drehen, kam dann auch die blonde Perücke ins Spiel: „Das fanden alle dann total lustig und wir fingen an und haben eine kleine Story aufgebaut. Damit war dann Mohaak McFly geboren.“

Video: hier

Foto: crossjunkies

Ein paar Zukunftsfragen

Crossbloxx: „Hast Du den Plan Weltmeister zu werden?“

McFly: „Weltmeister im Großkotzen bin ich schon. Dazu bin ich zu realistisch, McFly ist immer vorm Ersten. Von daher ist Weltmeister eher so; kann man machen, muss man aber nicht. Ist leider nicht realistisch, aber in der Landesmeisterschaft den einen oder anderen Blockpass verteilen, das läuft dann schon.“

Crossbloxx: „Wann stellst Du Dich der Herausforderung, Jeffrey Herlings mal zu schlagen?“

McFly: „Jeffrey hat angefragt, aber da ist ihm leider die Verletzung dazwischen gekommen. Aber ich hab ihm gesagt, wenn er wieder fit ist, soll er Bescheid sagen. Dann trete ich in Lommel an und dann machen wir mal einen kleinen Drei-Runden-Check, so dass ich keinen Sand abkriege, aber er ne richtige Ladung bekommt. Aber das sind schon richtige Idole, die bei der GP fahren, wie Herlings, Max Nagl der toll fährt, Roczen natürlich weiterhin. Jetzt im Moment ist es Henry Jacobi, der interessiert mich viel mehr als Herlings, weil wir ein bisschen Bezug dazu haben. Mit Jacobi hab ich in Dortmund beim Supercross schon gefeiert, wir kennen uns alle, da ist auch Herlings gar nicht so in greifbarer Nähe. Ihn hab ich beim Supercross in Dortmund das eine Jahr mal getroffen, da ist er mit Krücken gelaufen. Das sind alles ganz nette Leute und mit denen kann man sich so ganz normal unterhalten. Da ist es eigentlich in unserem Sport fast zur Nebensache geworden, dass man mit denen Meisterschaften fährt. Man kennt sich eh. Und das ist eigentlich das Tolle daran.“

Spass mit den Jungs

Spannend findet McFly auch die unterschiedlichsten Generationen, die Motocross so vereint: „Wenn man die alten Fahrer sieht, die alle was zu erzählen haben oder dann die jungen Crosser, die ich seit zehn Jahren schon kenne. So wie Nick Seeger, Hannes Volber, Patrick Böhm zum Beispiel, die stolz waren, dass sie mich kannten und wo ich jetzt stolz bin, sie zu kennen. Und die Gespann-Fahrer machen es auch heute noch so, die Leben den Sport wirklich noch. Eyhhh mit denen kannst du nicht saufen gehen. Alter Falter, da hab ick schon mal den einen oder anderen Kopf verloren. Meine Fresse!.“

Jan Uttich und McFly beim sprechen in Genthin

Mohaak McFly, der Streckensprecher

McFly schwärmt: „Jetzt bin ich ja auch so ein bisschen in die Sprecherszene gerutscht, wie zum Beispiel bei der Moderation in Magdeburg, Altmersleben usw. Das macht mir auch unheimlichen Spaß. Am Anfang war es immer noch so ein wenig verhalten, jetzt ist es lockerer. Das schöne ist, wenn man die Leute von klein auf kennt, hat man auch immer ein bisschen was zu erzählen. Und man wächst auch so rein. Das ist so mein Ding, wo ich gern ein bisschen dabei bleibe, wenn ich auch schon nicht so gut fahre.“

Transfer Ralle und ich beim sprechen in Borstel

Moderiert hat er schon in Altmersleben, beim MC Motor Mitte Magdeburg, zweimal in Stendal OT Borstel, auch bei der 100 the Challenge. Einiges so in der Nähe von Sachsen Anhalt.  

Dann verrät Mohaak McFly, dass er für die Crossfinals angefragt wurde und vorher zu einer Generalprobe antritt. Gern hätte er die Schlagzeile: „Crossfinals – McFly der Streckensprecher“

„Mal gucken, wir sind dran und die Chancen sind nicht so ganz schlecht. Das ist so genau mein Ding. Da hab ich für mich Publikum, da kann ich mich beweisen, auch wenn ich nicht gut fahre. Und man lernt viele Leute kennen. Nach einer Moderation hab ich dann plötzlich zehn neue Freunde.“, meint er und lacht.

Mc Fly´s berühmter Keller mit den Jungs vom Mohaak Racing Team

Mohaak McFly´s Sommercamp und Freundschaften

Vorweg, es wird auch dieses Jahr, wahrscheinlich zum 19./20./21. Juli, definitiv wieder das legendäre Sommercamp stattfinden.

Mohaak: „Angefangen hatte es eigentlich in der 10. Klasse, Abschlussparty mit Schulkameraden und Leuten aus dem Ort. Das wurde von Jahr zu Jahr immer größer. Irgendwann waren das dann an die 150-200 Leute gewesen auf unserem Grundstück. Dann wurde es erstmal ruhiger, sonst drehen die Nachbarn ja auch durch. Als ich dann mit dem Motocross angefangen habe, hieß es immer, lasst uns mal ne Party machen. Vor ca. fünf Jahren wollte wir dann mal ohne Motorräder mit den ganzen Crosserjungs feiern, die beim Rennen das ganze Jahr über ja immer nix trinken konnten. Das hat sich in den letzten Jahren dann etabliert. Wir haben echt schon viel erlebt, lustige Sachen. Wir haben gefeiert und wir haben gelebt!“

Team Mohaak alias Team A(lkohol)

Auf Nachfrage, wieviel denn da so „leben“ an den Sommercamp-Tagen, konnte Mohaak das gar nicht richtig zusammenfassen. Gefühlt sind es insgesamt so an die 300 über den ganzen Tag verteilt und zeitgleich um die 150-180, wovon ca. 80-100 dann die Crosser sind.

Die Jungs finanzieren das, in dem sie das ganze Jahr über in eine Teamkasse einzahlen. Geld kommt unter anderem beim bloggen, aber auch beim T-Shirt-Verkauf zusammen und damit wird dann organisiert. Jeder kann einfach kommen, wer was mitbringt, immer gern – ist aber kein muss.

Foto: crossjunkies

Als ich erwähnte, dass sie sicher nach dem Sommercamp erstmal Urlaub brauchen, meine Mohaak ganz abgeklärt: „Wir sind feiern gewöhnt, vor allem Patrick Böhm. Wir kennen uns seit ca. 15 Jahren. Den kenn ich schon, da war er noch ganz klein, 10/12/13 oder so, ein kleiner Steppke. Wir haben schon so viel zusammen erlebt, bei ihm Party gemacht, bei mir Party gemacht, gemeinsam Urlaub gemacht, teilweise ohne Augenbrauen. Wenn wir aufeinander Treffen, dann gibt es kein halten. Manchmal hab ich vor mir selbst Angst, aber wir kommen immer wieder gut nach Hause.“

unkommentiert…

Das McFly das beste Beispiel ist, das man sich selbst und alles andere nicht immer so ernst nehmen sollte, stellt er ständig unter Beweis. Sicher kann er im Job und normalen Alltag auch anders sein. Das eine ist Alltag und das andere Hobby: „Man muss über sich selbst lachen können. Ich bin Autoverkäufer, da merkt man gleich, dass ich quatschen kann. Und das man kommunikativ ist. Es hat mir aber auch immer geholfen und Türen geöffnet, eher locker zu sein!“

Luca Lier und McFly

Zitat und Lebensmotto

Zitat: „Das Leben ist viel zu anstrengend, wenn man die Möglichkeiten dazu hat.“          

Sein Lieblingszitat entstand, als er mal eine Woche lang kein Handy hatte und feststellte, wie toll das sein kann: „Früher ist man auch einfach ohne Handy mit Fahrrad durch den Ort gefahren und hat trotzdem Leute getroffen. Heute habe ich manchmal WhattsApp-Burnout.“

McFly mit Wegbegleiter und Kumpel Roman

Lebensmotto: „Jede Frau kann mich haben!“

Denn Frauen schleppt er nicht nur nach erfolgreichen Rennen sondern auch schon während des Trainings ab, jede Frau im Fahrerlager kennt ihn, meint er.

Thomas Knobloch und McFly in Borsten/Stendal

Telefonat Ende……

Danke Mohaak McFly, für diese interessanten und lehrreichen Einblicke in Dein Leben!

McFly mit Sascha Walter, Rennen in Bensdorf

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