Interview Jacqui und Bulli vom Sidecarteam-Ritz

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Warum ich mich auf dieses Interview gefreut habe? Wer kann schon mit so einem Hochzeitsfoto aufwarten??? ;-) Super ist auch, dass Jacqui und Bulli meine ersten Seitenwagenfahrer im Interview sind, denn ich finde, für diese kurze gemeinsame Zeit des Fahrens, können sich die Ergebnisse wirklich sehen lassen.

Spitzname im Fahrerlager?

Bulli & Jacqui

Wie jung seid Ihr und wo lebt Ihr derzeit?

Wir sind zusammen 76 Jahre jung und einer ist zehn Jahre älter als der andere. :) Wir wohnen in einem gemütlichen Häuschen in Seddin.

Seitenwagen: 

WSP / BJ 2014…. Ex Bax Motorrad

Kontakt-Facebook: Sidecarteam-Ritz

Verein: 

Bulli = Treuenbrietzener Krähenberg e.V. / Jacqui = MSC Burg Eisenhardt EV

Team: Batterieteam Lucas

Sponsoren und Partner:

Wir haben keine Sponsoren. Es wird alles aus eigenen Mitteln finanziert, da es schwierig ist, Sponsoren zu finden. Bislang hatten wir damit noch keinen Erfolg.

Seit wann fahrt Ihr schon gemeinsam und wie hat alles angefangen?

Wir fahren jetzt seit etwas über zwei Jahren gemeinsam. Eigentlich wollte Jacqui nie mit aufsteigen. Mehrmals hatte ich Sie gefragt. Selbst meinen Geburtstagswunsch, eine kleine Runde mit mir zu fahren, hatte sie strickt abgelehnt. Irgendwann jedoch kam ich von der Arbeit nach Hause, da stand dann eine Kiste mit kompletter Crossbekleidung, die wie sich heraus stellte nicht für mich war.

Könnt Ihr Euch noch an Eure allererste Fahrt erinnern? Was war die größte Herausforderung? ;-)

Im September 2014 hatten wir unsere erste gemeinsame „Fahrt“ auf einem kleinen Feld. Wir möchten betonen, dass der Besitzer uns dieses dafür zur Verfügung gestellt hat und auch vor Ort war. Am 1. Mai 2015 ging es dann zu unserem ersten gemeinsamen Rennen. Die größte Herausforderung war und ist es nach wie vor, das komplette Rennen durchzufahren und heil anzukommen. Es ist ein Hobby, das sollte man nicht vergessen und die Gesundheit steht an erster Stelle. Nicht zuletzt, weil zu Hause kleine Menschen auf uns warten, die auf uns angewiesen sind.

Welche Meisterschaften seid Ihr schon gefahren?

Hauptsächlich LVMX, LM Berlin/Brandenburg, MX Barbarossa Pokal und DJFM.

Welcher war bisher Euer persönlich wichtigster Erfolg oder hat Euch am meisten geprägt?

Am schönsten war es für uns natürlich, den 3. Platz in der LM Berlin/Brandenburg 2016 einfahren zu können. Nebenbei haben wir in dieser Saison auch an dem MX Barbarossa Pokal teilgenommen, wo wir einen tollen 1. Platz belegt haben. Auch auf den 13. Platz in der LVMX sind wir sehr stolz, dort waren 39 Teams genannt.

Seid Ihr zufrieden mit der letzten Saison? Was waren Eure Highlights?

Wir sind mehr als zufrieden. Wir fahren Seitenwagen und jedes Rennen ist ein Highlight.

Welche Ziele habt Ihr Euch für diese Saison 2017 auf die Fahne geschrieben?

Da wir diese Saison mit einem anderen Beifahrer an den Start gehen, sind die Ziele eigentlich die gleichen wie 2015. Durchhalten, durchfahren und gesund ankommen.

neues Teammitglied, Nick Kaiser, für die Saison 2017

Gibt es noch etwas auf Eurer „ToDo-Liste“, das noch offen ist?

Eigentlich wollten wir in diesem Jahr gemeinsam in Schenkenhorst den letzten DM Lauf mitfahren. Das verschieben wir dann aber auf das nächste Jahr, wenn Jacqui wieder fährt und wir wieder trainiert haben.

Wenn Ihr zehn Jahre weiter denkt, wo würdet Ihr Euch da gern sehen?

Höchstwahrscheinlich beim Veteranen Cup.

Jacqui, Hand aufs Herz! Es gehört ja nicht nur eine Portion Mut dazu, sondern auch ordentliches Vertrauen in den Fahrer oder?

Ja sicher. Mein erster Kontakt überhaupt mit den Seitenwagen war im Jahr 2014 in Magdeburg. Meine Freunde und ich standen an der Startgeraden. Als ein paar Runden im zweiten Lauf um waren, kamen Bulli und sein Bruder Michi um die Ecke geschossen. Aus irgendeinem Grund hat es sie ausgehebelt und sie haben sich überschlagen. Das Gespann flog hoch und landete direkt auf Bulli. Es hatte ihn mit voller Wucht getroffen. Es dauerte einige Sekunden bis er sich wieder bewegte, aufstand, sich irritiert schüttelte, das Moped wieder aufhob und sie weiter fuhren. Den Helm hatte es bei dem Aufprall zerstört und Bulli hatte zahlreiche Wunden. Und dennoch vertraue ich ihm so sehr, um immer wieder aufzusteigen. Ich weiß, das er immer auf mich aufpassen wird, als Fahrer und auch als Ehemann. ;-)

Ihr seid ja quasi fast „berühmt“, weil eines Eurer Hochzeitsfotos um die halbe Welt gegangen ist. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?

Da der Seitenwagensport einen großen Teil unseres Lebens bestimmt, durfte das an diesem besonderen Tag natürlich nicht fehlen. Wir wollten mal etwas ganz anderes, was es so nicht oft geben wird.

Foto: E1NS96

Welcher Moment in Eurer MX-Zeit ist Euch ganz besonders in Erinnerung geblieben?

Klar, unser erstes gemeinsames Rennen, zumindest sollte es das jedenfalls werden, als wir uns am frühen Morgen auf den Weg gemacht haben. 1. Mai 2015 in Groß Schwiesow, top Wetter und eine hammer Strecke. Im freien Taining lief es ganz gut, bis eine der vor uns fahrenden Maschinen einen Stein direkt in das Gesicht von Jacqui schleuderte. Voll erwischt! Das Ergebnis war ein angeschwollenes blaues Auge. Zum Glück ist nichts weiter passiert. Im Zeittraining hatten wir dann auch noch einen Getriebeschaden. Nun waren wir gezwungen, uns das Rennen vom Streckenrand anzusehen.

Foto: Let´s Rock Photografie

Letzte Worte:

Wir springen hoch, wir springen weit und sind zu allem bereit!!!

Foto: E1NS96

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