Interview Jeannette Dewald – Fotografin von „Photos by FC“

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Dieses Interview bedarf keiner langen Einleitung. Antworten und Bilder sprechen hier einfach f├╝r sich. Ich freue mich sehr, dass Hobby-Fotografin Jeannette von „Photos by FC“ f├╝r ein Interview zu begeistern war.

Wir w├╝nschen allen wie immer viel Spa├č beim Lesen und der Fotografin immer gutes Licht und tolle Motive!

Unter welchem Namen kennt man Dich?

Jeannette, Jeany oder Photos by FC

Wie jung bist Du?

37

Wo kommst Du her?  

Ich habe zehn Jahre in Goldbach bei Aschaffenburg gewohnt und bin im Dezember 2016 ins sch├Âne Nidda gezogen.

Kontakt: info@photosbyfc.de 

Facebook: www.facebook.com/photosbyfc

Internet:  www.photosbyfc.de

Wie und wann bist Du zur Fotografie und vor allem zur MX-Fotografie gekommen?

Begonnen habe ich mit der Fotografie im Juli 2013. Damals war ich – wie in jedem Jahr, seitdem ich in Goldbach gewohnt habe – beim German Cross Country Rennen (GCC) beim MSC Goldbach. Mein Mann hatte mir damals eine Canon geschenkt und ich versuchte trotz Staub und brennender Hitze die Fahrer irgendwie zu erwischen und es hat riesen Spa├č gemacht. Zuhause angekommen, zog ich die Bilder auf meinen Rechner und war ├╝berrascht, dass es mir doch ganz gut gelungen war. Ich teilte meine Fotos auf Facebook und schon wurde ich von vielen Fahrern auf meine Bilder angeschrieben und gefragt, ob ich auch bei den weiteren Rennen dabei sein w├╝rde. Da es mich direkt gefesselt hat, kaufte ich mir ein gr├Â├čeres Objektiv und testete es beim MSR Rennen Ende August 2013 beim MSCW Schaafheim. Seither fotografiere ich aus Leidenschaft alles, was mir vor die Linse kommt. Ich freue mich sehr ├╝ber das viele positives Feedback von Freunden, Bekannten und Veranstaltern, das ich erhalten habe! Dies zeigt mir, dass meine Bilder bei ganz vielen Menschen auf Begeisterung sto├čen.

Auf welchen Veranstaltungen/Strecken trifft man Dich an?

Normalerweise bei meinen Lieblings-Rennserien: GCC und MSR. Aber auch ADAC MX Masters Gaildorf, Aichwald, Holzgerlingen, Wintercross in Frankenbach, Supercross M├╝nchen und Dortmund, bei der „Night of the Jumps“ war ich einige Male, bei der Seitenwagen WM in Stra├čbessenbach sowie beim Flight Club in Rohrberg. Oft fahre ich auch mit Freunden zu Trainings an die Schwarze Pf├╝tze in Schweinfurt oder Arnstein. In den letzten Jahren war ich MX-technisch sehr viel unterwegs.

Gibt es eine Strecke, die Dich fototechnisch ganz besonders reizt?

Das ist eine interessante Frage, aber nein, ehrlich gesagt nicht. Es sind nicht die Strecken, die mich besonders reizen, sondern die Fahrerinnen und Fahrer. Ich bin immer auf der Suche nach einem besonderen Augenblick zwischen Mensch und Maschine. Momente, in denen sie eins werden und man die Kraft, die Dynamik und die Leidenschaft von beiden zusammen f├╝hlen kann. Genau diesen Moment versuche ich festzuhalten.

Bei Fahrern hei├čt es u.a. 2Takt oder 4Takt? Ich frage Dich: Nikon oder Canon?

Keine Frage! Definitiv Canon.

Welche Motive sind f├╝r Dich am interessantesten?

Oh da gibt es einige. Coole Scrubs und Whips, Kurven in denen der Sand nach oben fliegt, spannende Startszenen, das Shake Hands nach dem Zieleinlauf und jede Menge mehr.

Viele sch├Âne Fotos entstehen am Rand der Strecke oder im Fahrerlager. Hast Du noch eines, das Dir in Erinnerung geblieben ist?

Nicht nur eines, da sind ganz viele, die in Erinnerung geblieben sind. Um mal ein paar zu nennen: Der Whip von Florent Richier beim Supercross in M├╝nchen damals und die coolen Fotos mit Michi Gemeinhardt und Shannon Terreblanche. Das wohl bekannteste meiner Fotos entstand bei der Seitenwagen WM in Stra├čbessenbach auf dem ich Steve Kirwin dabei festhielt, wie er seinem dicht hinter ihm fahrenden Gegner ein internationales und unmissverst├Ąndliches Zeichen gab, n├Ąmlich ihm den Stinkefinger zeigte.

Foto: Florent Richier:

Foto: Seitenwagen WM in Stra├čbessenbach

Aber vor allem ist mir das Foto in Erinnerung geblieben, das ich beim Training in Mernes von Axel und Robin gemacht habe. Die beiden Freunde sprangen mit ihren Maschinen eng nebeneinander in gleicher H├Âhe und schauten sich hierbei an. Robin starb beim MSR Rennen am 03.10.2015 im Alter von nur 20 Jahren. Es ist noch heute schwer.

Foto: Axel und Robin / Jeannette: „Wir vermissen Robin sehr!“

Wen w├╝rdest Du gerne mal fotografieren, der Dir noch nicht vor die Linse gekommen ist?

Die Frage ist einfach zu beantworten, Ken Roczen nat├╝rlich.

An welches Foto erinnerst Du Dich gern zur├╝ck?

Da gibt es auch sehr viele, aber als erstes kam mir gerade das Foto von Daniel K├Âder in den Sinn, das ich beim Training in Schweinfurt festgehalten habe. Daniel sprang damals in den Sonnenuntergang, w├Ąhrend ich ihn von hinten fotografierte. Beim Sprung drehte er sich zu mir um und gr├╝├čte mich mit dem Finger am Helm. Dieses Bild hat es geschafft, Titelbild meines „Motocross Kalenders – Emotionen auf 2 R├Ądern“ zu werden, da es einfach ein unbeschreibliches Gef├╝hl zum Ausdruck bringt.

Foto: Daniel K├Âder

Gibt es f├╝r Dich ein ÔÇ×NoGoÔÇť an Motiven?

Auf jeden Fall sind das Fotos von Fahrern, die sich wirklich verletzt haben. Nat├╝rlich sind es oft genau diese Bilder, die gefragt sind. Aber es ist etwas anderes, wenn jemand st├╝rzt und hinterher wieder aufsteht und unverletzt weiter f├Ąhrt und dar├╝ber lacht, als wenn jemand wirklich verletzt wurde. Solche Fotos nicht zu ver├Âffentlichen hat etwas mit Anstand und Respekt den Fahrern gegen├╝ber zu tun. Es sei denn man ist sich 100% sicher, dass dem Fahrer nichts passiert ist.

Die meiste Arbeit nach einem Renntag ist ja hinterher, die Bilder auszusortieren und die besten herauszufischen und zu bearbeiten. Wie verbringst Du Deine Zeit am PC? F├Ąllt es Dir schwer, Fotos zu l├Âschen?

Lach, ich musste gerade ├╝berlegen, ob ich tats├Ąchlich schon ein Foto gel├Âscht habe?! Aber klar doch, hier und da hat man dann doch auch unscharfe Bilder dabei. Aber ja, es f├Ąllt mir schwer Fotos zu l├Âschen, denn es sind meist genau diese Bilder, nach denen dann oft sp├Ąter gefragt wird.

Gibt es ein Foto, welches in Deiner Sammlung der ÔÇ×BestOff┬┤sÔÇť nicht fehlen darf?

Ja, das Foto von meinem Sohn im Kids Motocross Kalender. Das ist mit Abstand das tollste Foto f├╝r mich als Mama.

Gibt es einen peinlichen Moment aus Deiner Fotokarriere, ├╝ber den Du heute lachen kannst?

Mist, muss ich das ehrlich beantworten, lach??? Ja es ist schon sehr peinlich, wenn man sich auf den Weg zu einem Fotoshooting macht und dann dort angekommen merkt, dass man keine Speicherkarten dabei hat. Da k├Ânnte man sich schon mal tierisch ├╝ber sich selbst ├Ąrgern. Aber auch das passiert und ist nur menschlich, daher am besten einfach ├╝ber sich selbst lachen.

Hast Du Tipps f├╝r Hobbyfotografen?

Ja, f├╝hlt das was ihr liebt und fotografiert, statt zu knipsen. Auf den Ausl├Âser dr├╝cken kann jeder, doch besondere Momente festhalten nicht. Weiterhin empfehle ich nach der Erfahrung ├╝ber die Jahre, dass man sich vorab eine Akkreditierung vom Veranstalter f├╝rs Fotografieren einholt. Es gibt Fotografen, die mit ihren Bildern ihren Lebensunterhalt verdienen. Wenn jeder drauf los knipst und seine Fotos ver├Âffentlicht, schadet man diejenigen, die versuchen ihre Familien zu ern├Ąhren. Daran sollte man immer denken.

Wenn Du Dir in der MX-Fotografie was w├╝nschen k├Ânntest, was w├Ąre das?

Ich w├╝rde mir w├╝nschen, dass sowohl Fahrer, Teams als auch Zeitschriften/Magazine wieder mehr Respekt vor der MX-Fotografie haben und diese mehr sch├Ątzen w├╝rden. Die MX Fotografie ist etwas Besonderes und sollte genauso Achtung finden wie der Sport selbst. Fotos zu klauen, diese ├╝berall ohne den Fotografen zu fragen teilen und zu verbreiten ist respektlos dem Fotografen gegen├╝ber. Wir respektieren die Fahrer und bitten darum uns genau diesen Respekt auch entgegen zu bringen, denn wir stecken genauso viel Liebe und Herzblut in die Fotografie und die Bildbearbeitung, wie sie in ihren Sport.

Letzte Worte:

Wie ich bereits ├╝ber Facebook angek├╝ndigt habe, werde ich etwas k├╝rzer mit der MX-Fotografie treten. Einfach weil es viel Zeit, Arbeit und Geld kostet. Das bedeutet aber nicht, dass ich meine Kamera ganz niederlegen werde, denn daf├╝r liebe ich MX viel zu sehr. Ich werde auf jeden Fall bei einigen Rennen dabei sein und freue mich auf jedes einzelne und auf alle Fahrerinnen und Fahrer, die mir die Jahre ├╝ber so ans Herz gewachsen sind. Motocross ist nun mal eine gro├če Familie und die l├Ąsst man niemals im Stich.

Ich danke f├╝r die Anfrage zum Interview und w├╝nsche allen eine gesunde und spannende neue Saison.

Ich freue mich darauf euch alle bald wiederzusehen. Passt auf euch auf…
#livingfortheweekend #mxliveforever #photosbyfc

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