Interview #996 Danny Siromski

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Danny Siromski (Vizemeister Ü35 2016 LM Berlin Brandenburg) heute im Interview auf www.crossbloxx.de. Ein Crosser, der für Kampfgeist, Ehrgeiz und Willensstärke steht und zeigt, wie weit man damit kommen kann. Vielen Dank Danny, für Deine Einblicke und viel Erfolg für die nächste Saison!

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Foto: Crossbloxx.de

Unter welchem Namen kennt man Dich im Fahrerlager?

Ich habe bei den Fahrern gar keinen speziellen Spitznamen, soweit ich weiĂź. Also kennt man mich unter dem Namen, der in meinem Ausweis steht. ;P

Wie jung bist Du und wo lebst Du derzeit?

Ich bin 36 Jahre jung und wohne mit meiner Famiie in einem kleinen Dorf in der Nähe von Prenzlau.

Bike: Husqvarna TC 250

Kontakt-Facebook: Danny Siromski

Verein: MSC Parmen e.V. im ADAC

 

Team: Kunkel Motorsport

Sponsoren und Partner:

Wenn wir nur ĂĽber finanzielles Sponsoring durch Firmen reden, dann habe ich derzeit eigentlich keinen Sponsor. Aber UnterstĂĽtzung kann man ja auch in anderer Form bekommen.

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Seit wann fährst Du schon und wie hat alles angefangen? Kannst Du Dich noch an Deine allererste Fahrt erinnern?

Angefangen hat alles 1996/1997. Wie alle jungen Kerle vom Dorf sind wir schwarz Moped gefahren. Irgendeiner brachte dann mal eine Crosser mit und im Spaß haben mein Kumpel und ich gewettet, dass derjenige, der die schnellste Runde auf unserer alten Strecke fährt, in unserem Team Fahrer und der langsamere der Schrauber wird.

Ich habe knapp gewonnen und so startete meine “Crosserkarriere”. Wir haben dann den ganzen Sommer Ferienjobs gemacht und gespart, so dass es möglich war, eine 1 Jahr alte Kawasaki zu kaufen.

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Welche Meisterschaften bist Du schon gefahren und was waren Deine bisher größten Erfolge?

Damals bin ich alle Rennserien in der Umgebung mitgefahren, vor allem natürlich die Landesmeisterschaften Brandenburg und Mecklenburg, Regional-Pokal, DMSB-Pokal und auch einige Läufe zur DM.

Die größten Erfolge waren sicher die Landesmeisterschaftstitel in der 125ccm-Klasse im Jahr 2000 und 2001.

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Foto: Corinna Linde

Welcher davon war bisher Dein persönlich wichtigster Erfolg oder hat Dich am meisten geprägt?

Meiner Meinung nach sind es nicht die Titel, die dich prägen, sondern die in jeder Saison gewonnenen Erfahrungen. Sei es durch neue Trainingsmethoden, die sich auszahlen oder Zweikämpfe und andere Rennsituationen, die dich etwas lehren. Da habe ich mich sicher im Laufe der Jahre auch verändert. Mit Anfang 20 noch der totale Heißsporn, für den galt „Alles oder nichts.“ Meistens hab ich nicht mal die erste Kurve ohne Sturz erreicht und musste dann das Feld von hinten aufrollen. Oft hatte ich sprichwörtlich das Messer zwischen den Zähnen. Auch so war ich ziemlich unbelehrbar, bin teilweise frisch operiert noch vorm Fädenziehen und gegen jede Vernunft an den Start gegangen. Das hat sich in den letzten Jahren schon sehr geändert. Ich bin wesentlich relaxter und ruhiger geworden.

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Foto: Crossbloxx.de

Welche Ziele hast Du Dir für die nächste Saison 2017 auf die Fahne geschrieben?

Einfach unfall- und verletzungsfrei durch die Saison kommen und vor allem Freude am Motorradfahren und dem ganzen Drumherum haben. Außerdem möchte ich weiter das Training von Nicolas Scheunemann begleiten und freu mich zu sehen, welche Entwicklung er 2017 machen wird.

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Nicolas Scheunemann

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Foto: Crossbloxx.de

Gibt es noch etwas auf Deiner MX-ToDo-Liste, das noch offen ist?

Ich wĂĽrde gern mal in die USA reisen und dort ein Supercrossrennen erleben.

Du trainierst ja seit einiger Zeit zusammen mit Vico Briesewitz das Kinderteam von „Kieskuhlenterror e.V.“ Wie bist Du dazu gekommen und was bedeutet das für Dich, die Kids dann bei ihren ersten Rennen zu sehen?

Ich wurde angesprochen, ob ich nicht Lust darauf hätte. Meine Frau sagt immer, ich habe einen besonderen Draht zu Kindern, weil ich selbst oft noch eins bin und so kann man die Verbindung zu den kleinen Crossern vermutlich auch beschreiben. Ich versuche eher Kumpel als Lehrer zu sein. Natürlich erfüllt es mich mit Stolz, wenn ich dann sehe, dass sie schneller werden.

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Foto: Kieskuhlenterror

Hast Du ein Vorbild? Neben wem wĂĽrdest Du gern mal am Startgatter stehen?

Mein groĂźes Vorbild war immer Ricky Carmichael. Gar keine schlechte Vorstellung mal mit ihm am Startgatter zu stehen. Als Crosser-Rentner wĂĽrde er mich in 20 Minuten Rennen vielleicht auch nur noch zweimal ĂĽberrunden. :D

Wenn Du zehn Jahre weiter denkst, wo wĂĽrdest Du Dich da gern sehen?

Immer noch jedes Wochenende mit meiner Familie auf dem Rennplatz. Ob in der Senioren 45+ Klasse oder um meinen eigenen Nachwuchs anzufeuern, das wird sich zeigen. Aber loslassen wird mich dieser Sport sicher nie.

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F’oto: Corinna Linde

Mit Deinem heutigen Wissen, hättest Du in Deinem MX-Leben etwas anders gemacht?

Mit dem Wissen von heute hätte ich in jungen Jahren anders und vor allem härter trainiert. Vielleicht wäre ich dann auf einem ganz anderen Niveau gefahren.

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Foto: Crossbloxx.de

Gibt es einen Moment in Deiner MX-Zeit, der Dir ganz besonders in Erinnerung geblieben ist?

Negativ in Erinnerung geblieben, ist mir natürlich mein schwerer Unfall im Sommer 2014 in Wolgast. Als ich dort lag und keine Luft mehr bekam, zog mein Leben wie im Film an mir vorbei und ich dachte „Das war´s jetzt.“. Danach wollte ich auch erstmal lange Zeit keine Rennen mehr fahren und meine Einstellung zum Motocross hat sich geändert. Es ist nicht mehr alles für mich.

2Takt oder 4Takt? Tiefsand oder Hartboden?

2Takt im Tiefsand

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Foto: Corinna Linde

Was packst Du zum Rennen ein, was nie fehlen darf?

Ich habe keinen speziellen GlĂĽcksbringer. Was aber nicht fehlen darf, ist ein Kuss meiner Frau direkt vor dem Helm aufsetzen.

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Jetzt beginnt ja die Offseason. Was bedeutet das für Dich? Zeit zum Durchatmen oder eher genervtes abwarten, dass es endlich wieder los geht? ;-) Wie bereitest Du Dich auf die nächste Saison vor?

Die Winter sind ja zum Glück nicht mehr wirklich hart und lang, so dass man oft bis in den Dezember fahren und im Februar/März schon wieder anfangen kann. Die Zeit dazwischen genieße ich mittlerweile richtig, trainiere im Fitnessstudio oder gehe mal laufen. Wir haben seit einem Jahr ein Haus, da fällt natürlich auch viel Arbeit an und ich freue mich, wenn es dort vorwärts geht. Im Moment baue ich mir z.B. eine Garage, um zuhause auch mal in Ruhe schrauben zu können. Und es ist natürlich auch mal ganz schön, wenn man am Wochenende etwas mit der Familie planen kann ohne auf den Cross-Terminplan Rücksicht nehmen zu müssen.

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Gibt es etwas, dass Du gern im MX-Bereich ändert würdest, wenn Du könntest?

Ich fände es toll, wenn Motocross in Deutschland etwas bekannter wäre und dementsprechend gefördert werden würde. Das fängt schon bei Fernsehübertragungen an.

Videos mit Danny – Danke an „Der Rote“ fĂĽr die Videos:

Video 1: Kult MX – JĂĽterborg 2002 LM 125cc – #6 D.WeiĂź vs. Danny Siromski das Rennen der Rennen.

Video 2: Hänchen

Video 3: Kult MX – Diehloer Bergring EisenhĂĽttenstadt 2001 – LM 125ccm

Video 4: Kult MX – Templin 2002 – Pokal 125ccm

Letzte Worte:

Das klingt aber dramatisch. :D  Ich wünsche allen Fahrern einen ruhigen Winter und natürlich eine gesunde Saison 2017. Passt auf Euch auf!

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