MX-Girl #38 Linda Linsay Kramell im Interview

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Da die Damen in der Landesmeisterschaft BB & MV immer mehr Zuwachs erhalten und bei dem Veranstalter MCC Bensdorf dieses Jahr ihr erstes eigenes Rennen bestreiten, ist das Interview mit dem MX-Girl Linda aktuell mehr als passend.

Vielen Dank Linda!

Unter welchem Namen kennt man Dich?

Meine Freunde sagen zu mir Linsay oder manchmal Karamelli (haha).

Kontakt-Facebook: Linda Linsay Kramell

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Wie alt bist Du?

Ich bin 20 Jahre alt oder auch jung.

Wo kommst Du her? 

Ich wohne in Lassan, das liegt bei Wolgast an der wunderschönen Sonneninsel Usedom.

Bike: Ich fahre zurzeit eine Kawasaki KX250F.

Verein: MC Wolgast

Sponsoren:

Ja ich fahre für das Team S&W Pirelli Racing in Mecklenburg-Vorpommern, allerdings in allen anderen Bundesländern für das Monster Energie Kawasaki Elf Team Pfeil. Nebenbei werde ich von privaten Leuten unterstützt, wie Armin Tesch, Reifen- und Autoservice Gülzow, meinen Eltern, von Folienchirurgie und Mx-Racing-stuff.com. Bisher ist aber die Sponsorensuche noch nicht beendet. ;-)

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Foto: DB-PIX

Wie bist Du zum MX gekommen und wie waren die Fahranfänge?

Ohhhhh, haha, jaaaa ganz dumm. Mein Dad ist früher schon ganz gut gefahren, u.a. auch Rennen. Da habe ich so als kleines Würmchen schon die ersten Benzingase geschnüffelt. Mit 16 Jahren bin ich dann einfach mal mit zu den Motocross Landesmeisterschaftsrennen mitgekommen und war sofort begeistert. Ich meinte zu meinen Eltern: “Papa, Mama! Das kann ich auch.“
Natürlich haben die beiden sich angeguckt und mich ausgelacht, jedoch bekam ich ein halbes Jahr später eine 125er.
Dass das alles so schwer ist, hätte ich niemals gedacht. Ich durfte ein viertel Jahr nur auf der Wiese fahren, wo mich natürlich alle anderen auslachten. Nach dem Motto: „Was wird das nur?“ Allerdings bin ich dann ziemlich schnell vorangekommen. Ich war irgendwie, so sagt zumindest mein Vater, schon immer so ein „Stier“ auf dem Motorrad. (hahaha)

Hat die Startnummer #38 einen bestimmten Hintergrund?

Naja. Also die „#8“ fährt Kiara. Sie war schon immer eines meiner Idole. Und die „#3“ habe ich dann sozusagen dazu gewürfelt. Dabei ist das dann auch so geblieben.

Auf welchen Strecken trainierst Du meistens?

Ich trainiere eigentlich überall, wo meine Eltern und ich Lust zu haben. Meistens überall in Mecklenburg-Vorpommern, wenn Zeit ist. Durch den Job meines Vaters, ist das alles meistens etwas schwieriger.

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Foto: Susan Kunkel / Malchow

Gibt es eine Lieblingsstrecke? Hartboden oder Tiefsand?

Ich mag gerne Hartboden fahren, jedoch gibt es bei uns viel, viel Sand.
Sand haut aber auch immer ganz schön rein. Muss nicht unbedingt sein, außer im Winter vielleicht. Am liebsten mag ich Mischboden!

Welche Meisterschaften fährst Du?

Dieses Jahr ist der DMV Ladiescup geplant, soweit dafür Zeit ist. Ansonsten noch die MV/BB Landesmeisterschaft und die polnische Meisterschaft (überall ein paar Läufe).
Mein Team würde mich gerne in diesem Jahr in Teutschenthal fahren sehen. Mal schauen, wie sich das handhaben lässt. ;)

Was war bisher Dein größter Erfolg?

Mein größter Erfolg? Puuh, in der kurzen Zeit die ich auf dem Motorrad sitze, gibt es nicht wirklich große Erfolge. Ich würde meinen, 2015 den Landestitel in der Damenklasse.

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Mehr oder weniger startet ja die Saison 2016 schon. Was hast Du Dir für dieses Jahr vorgenommen?

Vorgenommen? Ja das ist die Frage der Fragen. Eigentlich eher gesund bleiben und Spaß haben. Ich will eigentlich einfach nur fahren, fahren, fahren. Ich bin aber immer schon so gewesen, dass ich mir tief im Inneren doch immer Ziele stecke.

Wie ist es für Dich, das gleiche Hobby wie Dein Freund zu haben? Trainiert Ihr zusammen? Funktioniert das gut?

Manchmal ist es schwieriger und manchmal einfach nur cool. Er erwartet meistens immer viel von mir.
Aber er staunt auch immer wieder: „Dünnid (mein Crusenname bei ihm, haha), wieso ist das immer so, dass du die schwierigen Dinge beim Cross immer kannst, aber es an den leichten Sachen immer scheitert?“

Viele Mädels kennen das, deren Freund ebenfalls Motorrad fährt. Manchmal hat man einfach keine Lust auf gute Ratschläge von ihnen, was wir einmal beim Lehrgang mit Larissa Papenmeier ausgewertet haben.

Wir trainieren schon so gut es passt zusammen. Er unterstützt mich auch so gut er kann und will mich nach vorne treiben. Allerdings geht das manchmal auch nach hinten los. haha

12722113_1324593620890856_2011369513_nWie sehen Eure Abende aus? Rennvorbereitungen für das nächste Wochenende?

Meistens machen wir genau die gleichen Sachen wie andere Pärchen, aber es dreht sich schon vieles ums MX-Fahren. Egal ob bei mir oder bei ihm Zuhause, überall stehen oder liegen Fitnessgeräte, Gewichte oder sonstiges rum. Das liegt bestimmt auch daran, dass wir außerhalb des Hobbys gerne Sport treiben. Man fühlt sich einfach besser, wenn man so ein Hometrainer angeschaut hat, bevor man zum MX fährt. :-D

Wie hälst Du Dich fit, wenn nicht gerade auf dem Track?

Mentales Training, das ist dann ungefähr so: Meistens lege ich mich auf die Couch, Bett oder auf den Boden, dann stelle ich mir vor, ich sei so gut und so schnell…

Nein, Spaß! Ich leite neben dem Sport eine Zumba-Tanz Gruppe und das macht mir echt Spaß. Ansonsten halt die normalen Dinge, die man so tut für den Sport.

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Foto: O_Pixx / 2015 in Ludwigslust

Wie sehen die Renntage bei Dir aus? Chaotisch oder sortiert?

Chaotisch. Ich tue was ich will. Ich bin einfach so und mache wie ich kann. Also eigentlich sollte man diese Frage generell meiner Familie stellen, die würden dann nur abwinken und lachen.

Frühaufsteher oder Morgenmuffel?

Mal so, mal so. Meistens aber eigentlich Frühaufsteher.

Welcher Song würde bei Dir unterm Helm laufen, mit dem Du Dich so richtig pushen könntest?

Ich liebe Hip Hop (Black) über alles und 80er/90er/2000er. Der richtige Song wäre zurzeit vielleicht DJ Snake & Lil Jon – Turn Down For What oder von Eminem „Survival“.

Neben wem würdest Du gerne mal am Startgatter stehen?

Ich würde gerne mal neben meinen Freund, Dan Kirchenstein, stehen. Ihn dann mal so ein bisschen einheizen, damit er mal weiß, wie der Hase läuft (haha) oder neben Larissa. Irgendwie gibt sie einem immer so ein beruhigendes Gefühl.

Hast Du ein Ritual, bevor das Rennen beginnt?

Ich gehe meistens immer aufs Klo und muss mindestens dreimal vorher gepullert haben, damit die Blase auch wirklich leer ist (hahaha). Ansonsten bin ich ziemlich gläubig, sodass ich mich kreuzige und vielleicht das ein oder andere gedankliche Gespräch mit ihm da oben führe.

Wo würdest Du Dich gern in 10 Jahren sehen?

Ich hoffe, bis dahin einigermaßen gut Motorrad fahren zu können, sodass ich mich langsam zur Ruhe setzen kann und evtl. meinen Kindern mit Pferdereiten eine Freude machen kann.

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Foto: MX PIX / Wolgast, 2014. Linda als Nummerngirl bei der DM

Leider trauen sich viele Mädels nicht, sich für ein Rennen anzumelden. Möchtest Du mal aus dem Nähkästchen plaudern?

Ja also bei mir hat es so seine Zeit gebraucht, bis ich mein Dad überreden konnte, auch ein paar kleine Hobby-Rennen fahren zu dürfen. Das war ja bei mir niemals geplant, ich sollte ja nur ein bisschen rumgurken. Aber ich würde jedem Mädchen empfehlen, wenn sie das erste Mal am Gatter steht, sich UNBEDINGT keine Ziele zu setzen. Einfach ans Gatter stellen, Gatter fällt und losfahren. Denn ist der Kopf erst frei, mach es richtig Spaß! Und dann kann man sich immer weiter steigern, wenn man will.

Gab es mal einen peinlichen Moment auf dem Track?

Eine peinliche Story? Kann mich gar nicht entscheiden. ;-)
Peinlich war für mich, wie ich in Dreetz beim Rennen rausfuhr und zu meinem Dad wutentbrannt meinte: „Mir reicht das jetzt, mein scheiß Transponder geht nicht. Ich hab doch keine Rundenzeit von 6:30 Minuten.“
Daraufhin ging er zur Zeitnahme und sagte, dass der Transponder nicht ginge. Der Mann von der Zeitnahme sagte darauf hin: „Doch – der geht. Sie fährt anscheinend überall, aber nicht über die Schleife.“
Ich bin immer nach jeder schnellen Runde wieder in die Boxengasse, statt über die Schleife…

Letzte Worte:

Das Leben ist ein Experiment. Je mehr Du experimentierst, desto mehr lebst Du.

– Ralph Waldo Emerson

P.S. Mädels, habt keine Angst vor den Rennen, traut euch!

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2014

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