Interview „Enduro Photographie“ – Hobbyfotograf Jörg Isbrandt

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Wie Jörg zur Fotografie kam, warum er eine Nikon mit einem 2Takter vergleicht und auf welchen Veranstaltungen wir ihn demnächst antreffen werden, erfahrt Ihr heute in diesem Interview.

Vielen Dank für Deine Einblicke, Jörg!

Unter welchem Namen kennt man Dich?

Paparazzi, Jörg, Enduro oder Enduro Photographie. So hat es sich mittlerweile im Fahrerlager eingeschliffen.

Wie alt bist Du?

Die Frage ist einfach, 45.

Wo kommst Du her?

Aus Tucheim, das liegt in der Nähe von Genthin im Jerichower Land.

Kontakt-Facebook: Enduro Photographie

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Foto: Enduro Photographie – International Six Days Enduro 2015 – Kosice

Wie und wann bist Du zur Fotografie und vor allem zur MX-Fotografie gekommen?

Ich bin selbst jahrelang Motorrad gefahren. Mein erstes Rennen war bereits 1985 mit der „50 ccm Serie LPF“. Ich bin dann auch den Enduro Pokal, NGM und vereinzelt Motocross gefahren. Nach meinem Rücktritt im Jahr 2002 vom aktiven Sport, war ich aktives Mitglied in meinem Heimatverein und weiterhin auf Motorsportveranstaltungen unterwegs, da aber noch ohne Kamera. Der MX-Virus hat mich einfach nicht losgelassen und so bin ich heute noch dem Sport verbunden. Erst nach meinem 40. Geburtstag entwickelte sich mein Interesse für die Fotografie, als ich meine erste DSLR von meiner Familie geschenkt bekam.

Ich erinnere mich gern an meine Anfangszeit zurück. Ahnungslos stand ich dann beim Enduro im dunklen Wald, mit Kamerablitz bei trübem regnerischen Wetter und wusste nichts über Verschlusszeit, Blende oder Iso. ;-) Du kannst Dir vorstellen, die Ausbeute an diesem Wochenende war vom Bildmaterial ziemlich bescheiden. Ich wusste, es muss besser gehen. Dann habe ich viel gelesen und auf diversen Kanälen Infos gesammelt. Außerdem schielte ich ein wenig zu den Profi-Paparazzi beim Enduro, die mir auch gerne mal ein paar Tipps gaben. (Danke an J.W. & R.P.) Mit dem Ziel nach besseren Ergebnissen, kam dann mehr und mehr auch der Spaß an der Fotografie. Ständig habe ich Neues ausprobiert und getüftelt, immer auf der Suche nach schöneren Fotos. Anfangs waren sie eher für den eigenen Gebrauch und für die Vereins-Homepage, die ich da noch betreute.

2013 war ich dann mal wieder bei der MX-Landesmeisterschaft in Ferchland zu Gast, um dort auch zu fotografieren. Diese Bilder veröffentlichte ich dann zum ersten Mal auf meiner Facebook-Seite. So kam es, dass einer unserer ganz schnellen Jungs mir ein Like gab und sich für die Fotos per Nachricht bedankte. Er sagte mir, dass die Bilder gut sind und ich ruhig öfter beim MX vorbeikommen kann. (lach) Ja und so ist es dann auch gekommen. Meine Bilder wurden auch von den anderen Mädels und Jungs gerne angenommen.

MarkRisse

Foto: Enduro Photographie / Mark Risse

Auf welchen Veranstaltungen/Strecken trifft man Dich an?

Enduro DM und Pokal sowie beim MX in Sachsen-Anhalt und vereinzelt in Brandenburg.

Gibt es eine Strecke, die Dich fototechnisch ganz besonders interessiert?

Ja, bei dem Enduro ist es Zschopau und beim MX sind es Dolle, MD_ Diesdorf, Schollene, Alterode oder auch Jessen. In Teutschenthal war die Landesmeisterschaft im letzten Jahr sehr schön.

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Foto: Enduro Photographie – Internatial Enduro Six Days in Kosice 2015

Bei Fahrern heißt es u.a. 2Takt oder 4Takt? Ich frage Dich: Nikon oder Canon? ;-)

Ich denke, das ist egal. Es kommt auf den Fahrer an, genauso wie auf den Fotografen! Es gibt Strecken, da ist der 2Takter im Vorteil und es gibt Strecken, da ist der 4Takter vorne. Genauso ist es bei den Fotosystemen. Ich persönlich verwende Nikon, ist das jetzt 2- oder 4Takt? (Lach…)

Welche Motive sind für Dich am interessantesten?

Schöne Sprünge (Scrubs), elegante Sandkurven sowie schwere Sektionen im Enduro. Ich war im letzten Jahr bei der Beachvolleyball DM Tour dabei, was auch sehr cool war. Gut sind auch immer die sogenannten Momentaufnahmen, die ich immer bei der Nachbearbeitung entdecke.

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Foto: Enduro Photographie – Beachvolleyball in Kühlungsborn

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Foto: Enduro Photographie – Beachvolleyball in Kühlungsborn

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Foto: Enduro Photographie – International Enduro Six Days in Kosice 2015

Gibt es lustige Erlebnisse oder was bzw. wer hat Dich ganz besonders in den letzten Jahren beeindruckt?

Ja klar. Ich bin meistens mit meiner Frau schon von Freitag bis Sonntag im Fahrerlager unterwegs. Da gibt es immer was zu Feiern oder zu Lachen. Aber speziell? Ich weiß nicht, jedes Wochenende ist immer toll und lustig. Ich denke, das gehört zum Rennzirkus einfach dazu, abends im Fahrerlager den Grill anzuzünden und dabei ein Bierchen oder Grappa trinken. ;) Für mich war es ein super Erlebnis, dass unsere Jungs aus Sachsen/Anhalt den 2. Platz bei den Cross-Finals 2014 mit nur einem Punkt hinter Meck-Pom belegen konnten.

Ich hoffe, das können wir bald wiederholen und toppen, Jungs!

Robert Riedel

Foto: Enduro Photographie – Robert Riedel

Viele schöne Fotos entstehen am Rand der Strecke oder im Fahrerlager. Hast Du noch eines, das Dir in Erinnerung geblieben ist?

Ja das stimmt, das mache ich sehr gerne. In Erinnerung blieb mir zum Beispiel das Foto vom Enduro Europameister 2015, Tom Sagar mit Freundin. Er kam in Woltersdorf mit dem EM-Titel 2015 in der Tasche durchs Ziel. Das Bild bekam trotz nicht perfekter Qualität sehr viele positive Kommentare, da die Freude bei Tom Sagar und seiner Jessica richtig zu sehen ist. Das Foto hat das Gewisse „Etwas“. Seine Jessi hat sich sehr über dieses Bild gefreut und sich auch bei mir bedankt.

Europameister Tom Sagar mit Freundin Jessi im Ziel Woltersdorf 2015

Foto: Enduro Photographie – Europameister Tom Sagar mit Freundin Jessi im Ziel Woltersdorf 2015

Hast Du ein Foto, das für Dich persönlich das Beste Deiner gesamten Fotokarriere ist?

Das Foto von #100 Noah Ludwig in Westerhausen 2014, LM S/A.

Ich meine, das Foto ist gut getroffen und die aufgewirbelte Staubwolke verleiht dem Foto eine schöne Dynamik.

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Foto: Enduro Photographie – #100 Noah Ludwig

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Foto: Enduro Photographie – #100 Noah Ludwig

Wen oder was würdest Du gerne mal fotografieren, der/das Dir noch nicht vor die Linse gekommen ist?

Was Spezielles habe ich nicht, aber ich würde gerne wieder ein schönes Wochenende mit unserem Team bei den Cross Finals verbringen, außerdem sind die Enduro SixDays in Spanien sowie der Enduro WM-Lauf in Italien geplant.

Gibt es für Dich ein „NoGo“ an Motiven?

Stürze mit Verletzungen und unvorteilhafte Bilder gegenüber dem Motiv oder einer Person.

Die meiste Arbeit nach einem Renntag ist ja hinterher, die Bilder auszusortieren und die besten herauszufischen und zu bearbeiten. Wie verbringst Du Deine Zeit am PC? Fällt es Dir schwer, Fotos zu löschen?

Ja das stimmt, ich verbringe 3-4 Abende nach einem Rennwochenende mit der Sortierung der Bilder und Bearbeitung. Ich stelle die Bilder Step by Step dann in den Folgetagen online, wobei meistens die ersten Bilder bereits Sonntagabend schon online sind.

Bei manchen Bildern fällt es mir schwer sie zu löschen, bei anderen ist es einfacher. Es macht nur Sinn, gelungene Bilder zu archivieren. Hier lege ich den Fokus auf den Schärfepunkt, Licht, Farben, Bildausschnitt vom Motiv sowie die Hintergründe der Bilder.

Sascha_Meyhoff_2013

Foto: Enduro Photographie – Sascha Meyhoff

Auf welchen Veranstaltungen treffen wir Dich demnächst an?

Ich versuche, den Wintercup in Dolle wahrzunehmen. Die Enduro DM startet wieder im März in Dahlen. Ansonsten noch Bensdorf MX und LM MX Sachsen/Anhalt.

Hast Du Tipps für Hobbyfotografen?

Ich bin ja selbst nur einer, aber ich probiere immer mal wieder was Neues und schaue das es mir immer wieder an der Strecke Spaß macht. Ich glaube, man erkennt manchmal die eigene Stimmung auch auf den Bildern wieder. Jedenfalls ist meine Erfahrung, dass lichtstarke und schnelle Objektive sinnvoll bei der MX- Fotografie sind. Man sollte sich viel bewegen und immer wieder neue Standpunkte suchen.

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Foto: Endurop Photographie – International Enduro Six Days in Kosice 2015

GetzenRodeo2014

Foto: Enduro Photographie – GetzenRodeo 2014

Wenn Du Dir in der MX-Fotografie was wünschen könntest, was wäre das?

Dass es für „Semi-Profi-Fotografen“ auf manchen Veranstaltungen nicht so schwierig ist, sich zu akkreditieren, um auch andere Bereiche betreten zu können.

Von wem würdest Du demnächst gern mal ein Interview lesen wollen?

Da ich vom Enduro Bereich stamme, gern von einem Enduro-Piloten? Auf jeden Fall mal ein Interview von einer Lady aus dem MX. Aber auch sehr gerne von anderen Leuten die im Hintergrund die Fäden für den Sport ziehen. Ich denke da an Teams oder Vereine, ohne die das alles nicht möglich wäre.

Letzte Worte:

Ich möchte mich noch bei meiner Familie bedanken, die mich während der Saison sehr wenig sehen. Vor allem bedanke ich mich bei meiner Frau, die mich auf den Rennen begleitet und mir den Rücken frei hält.

Danke auch an alle Fahrer, Betreuer und Teams, die immer sehr offen für mich an der Strecke sind. Ich wünsche uns allen eine schöne Saison 2016, natürlich gesund und verletzungsfrei.

Ich freue mich auf Euch, danke!

Danke auch an Dich Yvonne, für das Interview!

Jörg/Paparazzi!

Fotogalerie:

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