Interview Marco Burkert – „Motocross Enduro – MCE“

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Spannend, sag ich da nur! Schwer umso mehr!

Welche Fragen stellt man einem Fotografen, der bei einem bekannten Offroad-Magazin arbeitet? Persönlich als Hobbyfotografin würde ich alle möglichen Tipps zum Fotografieren erfragen wollen. Aber das interessiert Euch sicher nicht so wie mich.

Da Marco aber wesentlich mehr zu erzählen hat, war ich nett und habe die richtigen Fragen gestellt. Oder was meint Ihr? ;-)

Danke Marco! Es war mir eine Ehre!

Unter welchem Namen kennt man Dich?

Einen Spitznamen hat man mir bis heute nicht verpasst, also Marco ;).

Foto by Mario Hamburg

Foto by Mario Hamburg

Wie alt bist Du?

31

Wo kommst Du her?

Aus dem schönen Oedera.

Kontakt-Facebook: Marco Burkert

Bike:

Ich stehe lieber hinter der Kamera.

Wie und wann bist Du zum Motocross und zu der MX-Fotografie gekommen?

Zum Motocross bzw. Enduro bin ich durch meinen Opa gekommen.

Er hat mich in meiner Kindheit zu den verschiedensten Rennen mitgenommen. Nun, einmal mit dem Offroad-Virus infiziert, bin ich nicht mehr davon losgekommen. Jedoch bin ich nie aktiv gefahren, war aber immer interessiert am Geschehen der Szenerie, sowohl im MX als auch im Enduro.

Wie es der Zufall wollte, war der Vater eines guten Kumpels als Motorsportfotograf tätig. Einige werden ihn sicher kennen, Steffen Ottinger. Er nahm uns bei so manch einem Rennen, wie „Rund um Zschopau“ mit. Das hat mich damals alles so beeindruckt, dass ich selbst anfing, mich ein wenig mit dem Thema Fotografie zu beschäftigen. Es folgte die erste Spiegelreflex, mit der ich quasi „just for fun“ an der MX-Strecke geknipst habe. Mit viel Spaß an der Freude erweiterte sich das Equipment rasend schnell, und so kam eins zum anderen.

Iván Cervantes, ebenfalls bei den Six Days 2012

Foto: Marco Burkert / zu sehen: Iván Cervantes, ebenfalls bei den Six Days 2012

Seit 2012 arbeitest Du ja bei der „Motocross Enduro – MCE“ als Fotograf und Redakteur. Wie bist Du zu dem geilen Job gekommen?

Das war mehr oder weniger Zufall. Durch die Fotografie lernte ich Jürgen Mohr kennen, seines Zeichens zweifacher Europameister, mehrfacher Deutscher Enduro- und ATV-Meister. Soweit es damals die Zeit erlaubte, habe ich Jürgen bei Trainings und auch bei einigen größeren Rennen begleitet. So auch im Jahre 2012, als das berühmte Erzbergrodeo auf Jürgens Programmzettel stand. Die Kameratasche war bereits gepackt, als mein Telefon klingelte und am anderen Ende Uwe Laurisch von der MCE war. Sie suchten noch jemanden, der einen Bericht zum Thema „Erzberg“ verfassen könnte. Nun, im jugendlichen Leichtsinn sagte ich: Klar, das mache ich. Ohne überhaupt zu wissen, welche Heidenarbeit auf mich zukommen sollte! Am Ende entstand ein Rennbericht und eine Story mit Jürgen rund um das Erzbergrodeo.

Mit den „Six Days 2012“ (Mannschaftsweltmeisterschaft im Enduro) in Deutschland folgte kurze Zeit später der nächste Auftrag für die MCE. Für mich damals wie heute eine riesengroße Sache! Ich bin Uwe Laurisch heute noch sehr dankbar für diese Gelegenheit. Auch hier entstand eine Spezialausgabe, diesmal eben zu den „Six Days“. So nahm alles seinen Lauf bei der MCE.

Hier zu sehen Otto Freund beim Erzbergrodeo - immer etwas besonderes für mich

Foto: Marco Burkert / hier zu sehen: Otto Freund beim Erzbergrodeo – immer etwas besonderes für mich.

Wie kann man sich so einen Arbeitstag bei Euch vorstellen? Wie viel Leute arbeiten in der Redaktion und wofür bist Du zuständig?

Einen typischen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht, denn alles ist extrem abwechslungsreich. Das liegt zum einen an der Schnelllebigkeit des Sports und zum anderen ist es saisonal bedingt. Klar, man checkt am Morgen seine Mails und schaut, was sich in der Rennwelt ereignet hat. Hier kann es schon die ersten Überraschungen geben, denn je nachdem, was passiert ist, müssen wir in der Redaktion natürlich reagieren. Im Regelfall arbeitet man aber seinen Plan für die bevorstehende Ausgabe ab. Nun, neben der Redaktionsleitung dürfte Marko Barthel, der als Cheftester alles in Sachen „Motorradtest“ durchführt, bekannt sein. Um alles im Magazin zu kombinieren, sprich Bild und Text ins rechte Licht zu rücken, bedarf es eines Layouters. In diesem Falle ist das Uwe Laurisch, der sich neben dieser Tätigkeit auch um viele organisatorische Dinge kümmert.

Ich selbst bin zum einen für die Fotostrecken der Motorradtests zuständig. Die Shootings müssen geplant, umgesetzt und später für die jeweilige Ausgabe „entwickelt“ werden. Wenn ich nicht mit der Auswahl der Fotos beschäftigt bin, stehen entweder Interviews oder diverse Rennberichte auf meinem Plan.

KTM Avdenture R - Shooting zum Motorradtest

Foto: Marco Burkert / KTM Avdenture R – Shooting zum Motorradtest

Titelbild! Das wichtigste Foto einer gesamten Ausgabe. Wie viel Zeit und Aufwand steckt da drin? Wer entscheidet über das Foto und wonach geht ihr dabei?

Stimmt. Der zeitliche Aufwand ist ganz unterschiedlich und kann schon mal mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Manchmal macht es „klick“ und man denkt schon während eines Shootings: das wird der Titel! Es gibt aber auch Ausgaben, bei denen die Auswahl nicht so leicht fällt. Entschieden wird dabei grundsätzlich im Team und je nach Inhalt der jeweiligen Ausgabe. Alles muss schließlich zueinander passen ;).

Die MCE-Leser sind ja eine Altersgruppe von jung bis alt. Was ist dabei die größte Herausforderung?

Richtig. Die größte Herausforderung ist aus meiner Sicht der Schreibstil. Man darf einerseits nicht alles zu „neumodisch“ formulieren. Andererseits muss man den Spagat schaffen, auch jüngere Leser anzusprechen.

Du bist ja mit Deiner Kamera bei Veranstaltungen wie u.a. MAXXIS FIM Super Enduro-WM Riesa, 13. Supercross Chemnitz und Kings of Xtreme dabei. Wie erlebst Du solche Tage und wie bereitest Du Dich darauf vor?

Die Vorbereitung beginnt bereits einige Tage zuvor. Bei den von dir angesprochenen Events ist es wichtig zu wissen, wie der bisherige Saisonverlauf der jeweiligen Serie war. Man beschäftigt sich mit der Vita einzelner Fahrer und bereitet letztendlich sein Fotoequipment vor. Die Veranstaltungen selbst vergehen immer wie im Flug. Meist schau ich mir zuerst die Strecke an, um in etwa zu wissen, was man wo fotografieren kann. Dann geht es schon von einem Termin zum nächsten und –schwupps – ist der Tag vorbei.

Ludovic Soltermann bei den Six Days 2012 - Eindrücke die man nie vergisst

Foto: Marco Burkert / Ludovic Soltermann bei den Six Days 2012 – Eindrücke die man nie vergisst.

Was waren bisher die größten Highlights Deiner „MCE-Karriere“?

Die „Six Days 2012“, das „GetzenRodeo 2014“ mit seiner genialen Stimmung und das Erzbergrodeo. Speziell letzteres versuche ich jedes Jahr zu besuchen, denn es ist schon außergewöhnlich, was am Berg der Berge abgeht.

Ich sage nur eines: Monstergirls! Wie viel Zeit nimmst Du Dir da bei den Fotos? ;-)

Das gehört einfach mit dazu ;-) Speziell bei diesem Bild war es etwas mehr als eine Stunde, glaube ich.

Monster Girl

Foto: Marco Burkert

Bei Fahrern heißt es u.a. 2Takt oder 4Takt? Ich frage Dich, Nikon oder Canon?

Für mich ganz klar Canon.

Gab es lustige Erlebnisse bei Deinen Arbeitseinsätzen?

Die gibt es eigentlich immer. Egal ob mit den Arbeitskollegen oder mit den Fahrern.

Wer von Deinen Interviewpartnern oder „Fotomodels“ hat Dich bisher am meisten beeindruckt?

Für mich ist es immer wieder beeindruckend, mit welchem Engagement sich Hobbyfahrer ihrem Sport widmen. Den Jungs stellt keiner ein Bike hin und sagt: Hopp oder Top! Sie zahlen alles selber und opfern quasi ihre Freizeit, um Motorrad fahren zu können. Deshalb beeindrucken mich Interviews oder Fotoshootings mit Hobbyfahrern stets am meisten.

Ein ganz besonderes Erlebnis, die Mannschafts-WM 2012 im eigenen Land

Foto: Marco Burkert / Ein ganz besonderes Erlebnis, die Mannschafts-WM 2012 im eigenen Land.

Wen würdest Du gerne mal fotografieren oder interviewen?

Rallye-Bikes finde ich persönlich sehr interessant. Ein Shooting mit einem Werksteam fehlt noch auf meiner To-Do-Liste.

Gibt es für Dich ein „No-Go“ an Motiven?

Nein, eigentlich nicht.

Nah dran -um verschiedene Hersteller in Szene zu setzten

Foto: Marco Burkert / Nah dran – um verschiedene Hersteller in Szene zu setzen

Hast Du ein Foto, das für Dich persönlich das beste Deiner gesamten Fotokarriere ist?

Das ist schwierig, ich kann mich immer nie entscheiden.

Welche Termine sind die nächsten, wo man Dich evtl. antrifft?

Am kommenden Wochenende auf der Motorrad Messe „SachsenKrad“ in Dresden.

Hast Du Tipps für Hobbyfotografen, gerade was die Innenfotografie bei schlechtem Licht betrifft?

Gutes Equipment. Während man Outdoor mit Kreativität einiges wettmachen kann, entscheidet bei schlechten Lichtverhältnissen (leider) die Kameratechnik über die Ergebnisse. Wer nicht das Budget hat, um sich teure Objektive oder eine teure Kamera zu kaufen, sollte sich auf Stellen konzentrieren, an denen die Fahrer langsam sind. Der Vorteil: Hier könnt ihr die Blende und Verschlusszeit entsprechend anpassen, ohne die ISO unnötig in die Höhe zu treiben. Optimales Ergebnis – ein scharfes Bild mit wenig „Bildrauschen“.

Wenn Du Dir als Fotograf was wünschen könntest, was wäre das?

Ein Shooting zusammen mit Sebas Romero. Für mich der beste Szenefotograf.

Von wem würdest Du gerne mal ein Interview auf Crossbloxx.de lesen wollen?

Ich würde Jürgen Mohr vorschlagen.

Aus dem Jahr 2012 - Shooting mit Jürgen Mohr in einem Breakdance Fahrgeschäft

Foto: Marco Burkert / aus dem Jahr 2012 – Shooting mit Jürgen Mohr in einem Breakdance Fahrgeschäft

Letzte Worte:

Ich danke dir für das coole Interview! Mach weiter so.

 

 

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