Interview # 777 Eric Schwella und Papa Jan Heller

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Auf dieses interessante Doppelinterview mit Eric und Jan war ich selbst sehr neugierig und gespannt. Ich finde, es hat sich mehr als gelohnt….

Unter welchem Namen kennt man Euch?

Die Schwella’s.

Wie alt seid Ihr? Ich bin 15 und Papa 41.

Wo kommt Ihr her?

Aus der Nähe von Spremberg.

Bike: Suzuki RMZ250

Kontakt-Facebook: Eric Schwella

Sponsoren/Verein:

Team Castrol Power 1 Suzuki Moto-Base, ADAC Berlin-Brandenburg, ADAC Stiftung Sport, Kröger Medizintechnik/Ortema Stützpunkt Ost Massen, TMV Holland, SW Reifenhandel Schweinfurt, HMX Reifen&Montage Service, MCC Spremberg,              Rainer Miersch Gerüstbau – Spremberg, Spike Tattoo Spremberg, Try-it Motocross Stickers, Papa und Mama

Wie alt warst Du, als Du zum ersten Mal auf einem Bike gesessen hast?

4 Jahre, eigentlich nur ein Zufall…man sieht ja was daraus geworden ist…und darauf bin ich total stolz.

Eric mit 5

Eric mit 5 Jahren

Welche Meisterschaften bist Du gefahren?

Angefangen habe ich in der DJFM, dann LM Brandenburg, Sachsen, DM, ADAC Juniorcup und Honda EMX150

Wie bist Du dazu gekommen, Deine Wochenenden auf Crossstrecken zu verbringen?

Tja, Papa hat mich schon im Kinderwagen zu den Rennen mitgenommen, die er damals noch als Zuschauer besucht hat. Dann habe ich angefangen mit meinem Fahrrad auf der Kinderstrecke des MCC Spremberg zu fahren. Da kam dann Rene Stenzel auf uns zu und meinte, ich soll mal mit der PW50 fahren. Tja, ich bin gefahren und 10 Minuten später hat Papa die PW von Rene gekauft. Das war der Anfang meiner bisher 10jährigen „Karriere“. Danke hier nochmal an Rene Stenzel…

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Foto: Koepi Pictures /Crossbloxx.de

Warum Motocross und nicht Fußball! ;-)

Hmm, also ich kann nicht sagen „nicht Fußball“. Ich habe, bis ich 12 war, aktiv in einer Mannschaft gespielt und ich gehe sehr gern mit meinem Bruder Eddy zu den Heimspielen vom FC Energie Cottbus. Ich interessiere mich sehr für Fußball, aber auch für Eishockey. Wir haben eine eigene Fangemeinschaft beim Eishockey und ich habe die Fahnen dazu gemalt. Sektion Felixsee und wir sind Fans von den Lausitzer Füchsen. Ich nenne das Heimatverbundenheit! Ich habe da gar kein Problem mit und mein Papa auch nicht. Er kommt zwar nicht mit, aber das ist nicht so schlimm. Er hat ja genug zu tun…

Hast Du eine Lieblingsstrecke?

Teutschenthal, Jauer

Eric Koepi Pictures1

Foto: Koepi Pictures /Crossbloxx.de

Was war bisher Dein größter Erfolg?

2014 der 2. Platz bei der Honda EMX150 im Rahmen des MXGP Lauf´s in Teutschenthal. Das war so unbeschreiblich dort zu fahren, von den Fans angefeuert zu werden und letztlich als Gastfahrer auf dem Podium der besten Europas zu stehen. Das war der Hammer. 2015 wäre mir das auch fast gelungen und ich war „eigentlich schon Gesamtsieger“ bis zur letzten Runde im finalen Rennen. Da habe ich dann meinen 1. Platz weggeschmissen.

Wie war es für Dich im Rahmen der WM 2015 in Teutschenthal beim Honda Cup vor so vielen Zuschauern im „heimischen Wohnzimmer“ zu fahren? Wie kam es dazu?

Stephan Mock hatte meinen Vater angerufen und hat ihn gefragt, ob ich Bock hätte da mit zu fahren. Da hat Papa ja gesagt und Sigurd Waldmann hat mir das dann ermöglicht. Papas Ziel war es eigentlich nur, 2x hinter dem Gatter in Teutschenthal zu stehen, um den Start bei Rennbedingungen mit mir zu trainieren, da man in T-Thal den Start nicht an normalen Trainingstagen trainieren kann. Wir hatten 2 Monate später dort einen ADAC Juniorcup Lauf. Mein Papa denkt da immer mal wieder ein wenig weiter…

Aber vor dieser Kulisse im Talkessel zu fahren, das vergisst Du einfach nicht. Das war mega!!!

Eric Portrait

Wie ging es Deinen Eltern dabei?

Meine Mama und mein Bruder waren total aufgeregt und Papa stand kurz vor einem Herzinfarkt…

Was sagen Deine Freunde und Schüler in Deiner Klasse dazu? Und die Mädels?;-)

Ich versuche den Alltag in der Schule so normal wie jeder andere auch zu gestalten. Ich renne jetzt nicht rum und prahle mit meinem Hobby. Mädels? Ich habe viele gute Freundinnen, aber keine Freundin.

Eric Enduro Photographie2

Foto: Enduro Photographie

Was hast Du Dir für die nächste Saison 2016 vorgenommen?

Da ich jetzt von der 85er auf die 250er 4Takter umgestiegen bin, heißt es für mich einfach nur zu lernen und so schnell wie möglich mit der Suzuki zurecht zu kommen. Ich habe weder von meinem Vater, noch von meinem Team Druck. Mein persönliches Ziel ist es, mich wenigstens 1x für das Finale der ADAC Youngster Klasse zu qualifizieren. Ansonsten versuchen wir Erfahrungen zu sammeln. Wir möchten gern die EMX250 zumindest zum Teil mitfahren, aber da muss Papa noch einige Sponsorenanfragen verschicken, da es da, wie bei vielem in unserem Sport, finanzieller Unterstützung bedarf. Ansonsten werde ich die LM Brandenburg wahrscheinlich in der MX1 Klasse mitfahren. Die sogenannten DMSB Nationals oder den Pokal komplett zu fahren, ist für mich eher uninteressant. Da dann auch nur sporadisch den einen oder anderen Lauf, wenn nicht ein Team-Training mit der Castrol-Truppe anliegt.

Eric Enduro Photographie1

Foto: Enduro Photographie

Wir haben Dich in Bensdorf dieses Jahr zum ersten Mal auf einer MX2 Suzuki gesehen. Wie war für Dich die Umstellung vom kleinen Bike zum großen? Wer kam auf die Idee? Hast Du den Papa genervt oder war es anders herum?

Nein, das haben wir beide zusammen entschieden, da ich den 4Takter liebe. Das hat man ja auch in der Honda EMX150 gesehen und ich denke dass das 125er-Fahren verschenkte Zeit ist, da man außer bei der EMX125 nicht viele Möglichkeiten hat sich nur mit 125er-Fahrern zu messen. Und am Beispiel der Deutschen 125er-Fahrer der letzten Jahre, sieht man auch, dass man beim ADAC Youngster Cup gegen einen 4Takter wenig ausrichten kann. Aber da hat jeder seine eigene Meinung dazu. Letztlich muss es jeder für sich selbst entscheiden, was für ihn das bessere Bike ist.

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Foto: Koepi Pictures / Crossbloxx.de

Hast Du noch andere Hobbys?

Ich gehe leidenschaftlich gern angeln und wie schon vorher gesagt, gehe ich gern zum Fußball und Eishockey.

Gibt es Rituale von Dir an Renntagen oder am Startgatter? Was sind Deine letzten Gedanken, bevor das Gatter fällt?

Ich habe eigentlich kein Ritual. Wenn ich denke, dass ich mich pushen muss, dann mach ich das und wenn ich denke, dass ich Ruhe bewahren will, dann mach ich das… Kommt immer ganz darauf an. Naja, man ist am Start in einer Art Tunnel und denkt gar nicht soviel nach. Wenn ich zu viel denke, dann klappt meistens der Start überhaupt nicht. Das ist meistens ein Automatismus, der da abläuft…

Wenn Du zehn Jahre weiter denkst, wo siehst Du Dich da?

Aktiv und erfolgreich beim ADAC, EMX oder vielleicht ja sogar in der WM…aber zehn Jahre ist schon eine ganz schön lange Zeit in unserem Sport…

Was hat Dich bisher am meisten beeindruckt?

Am meisten beeindruckt war ich beim MXON in Deutschland, wo die tausend Massen Ken Roczen angefeuert haben und wie die Deutschen hinter unserer Mannschaft gestanden haben. Wer mich als Fahrer am meisten beeindruckt, ist Tim Gajser…Er ist mein Vorbild…Aus wenig richtig viel machen…und siehe da, bis 2020 unter Vertrag bei Honda Factory.

Wie sehen MX-freie Wochenenden bei Euch aus?

Papa macht dann meistens seinen Reifen-Renn-Service. Wenn es dort die Möglichkeit zu fahren gibt, dann fahre ich da mit, wenn ich Bock habe. Ansonsten Chillen, Angeln und was mit Freunden unternehmen. Ganz normale Sachen halt.

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Foto: Janin Weser

Papa Jan: Jetzt fahren ja nun Deine beiden Söhne. Was bedeutet das für Dich? Purer Stress? Chaos? Stolz?

Alles zusammen, aber genau das ist es was so Spaß macht. Ich bin ja auch beruflich im MX Business zuhause, daher läuft es perfekt bei mir. Hobby und Beruf zu vereinen, ist glaub ich das Beste was einem passieren kann. Übrigens fährt Eddy nur zum Spaß und auch nur wenn er Lust dazu hat.

Wie bist Du zum MX gekommen? Bist Du selbst auch gefahren oder fährst noch?

Seitdem ich denken kann, interessiere ich mich für MX. Wir sind früher von Cottbus aus mit dem BMX-Rad, jedes Mal wenn in Hänchen Training war, zum Zuschauen gefahren. Ich bin nie selbst gefahren, aber das werde ich auch nachholen. Jetzt fährt ja Eric ein Bike was ich auch fahren kann…hihihi Ich muss nur noch meine Familie davon überzeugen, auch mal fahren zu dürfen.

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Dich sieht man ja auch bei den Rennen und kennt Dich als „H-MX Reifen & Montage Service“. Wie erlebst Du die Rennwochenenden?

Tja, sagen wir mal so. Wenn Eric fährt, muss ich meine Arbeit unterbrechen, wenn es geht! Oft ist das aufgrund der Auftragslage nicht möglich und dann kümmert sich der Mechaniker des Teams um Eric. Das ist für mich zwar eine beschissene Situation, aber halt nicht zu ändern. Ich habe mir im Laufe der Jahre einen ziemlich guten Namen im Paddock in punkto Reifen-Beratung und -Montage aller Marken gemacht. Da mein ehemaliger Arbeitgeber „GoldenTyre“ nicht mehr Hauptsponsor des ADAC ist, kann ich mir für Eric beim ADAC Youngster Cup, was gerade im 1.Jahr sehr wichtig ist, viel Zeit nehmen. Die Zeit werde ich genießen, da beruflich schon einige neue Projekte für 2017 geplant sind…

 

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