Interview „Momentkonserve“ – Hobbyfotografin Ani

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Ani: „Ich stehe auch total auf Matsche-Schlamm…“

Die Fotos von Ani habe ich unbekannter Weise schon lange auf Facebook mitverfolgt. Da steckt Liebe zum Detail drin.
Durch das Interview haben wir festgestellt, dass wir Leidensgenossinnen sind. Unsere beiden Freunde fahren und wir fotografieren. Während wir Mädels ein fotografisch hochwertiges Foto erstellen wollen, freuen sich die Jungs über die aus unserer Sicht meist nicht perfekten Fotos viel mehr. ;-) Unser perfektes Bild ist knackscharf, die Farben kommen zur Geltung und das Bokeh der Unschärfe im Hintergrund ist toll. In dem perfekten Bild von den Jungs ist die Haltung top, der Lenker schön tief usw. ;-) Ihr versteht sicher, was ich meine.

Voila, hier zu meiner Freude ein Interview mit Anja von „Momenkonserve“.

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Unter welchem Namen kennt man Dich? Ani

Wie alt bist Du? 31

Wo kommst Du her?

Ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Brandenburg, lebe aber seit 13 Jahren in Hamburg.

Kameraausrüstung?

Nikon D7000 mit diversen Objektiven

Kontakt/Facebook/Internetseite: Momentkonserve und ani art

Auf welchen Strecken trifft man Dich an?

Elstorf, Hoope, Bresegard, Dreetz, ORS etc.

Wie bist Du zur Fotografie gekommen und seit wann und warum fotografierst Du auch MX?

Ehrlich gesagt, kann ich keinen konkreten oder ausschlaggebenden Zeitpunkt nennen. Ich mochte es schon immer, seitdem ich das erste Mal eine Kamera in der Hand gehalten habe. Und ich schwelge gerne in Erinnerungen. Da ist es eben immer gut, diese dann auch zu konservieren ;).

Meine erste Kamera hatte ich ungefähr in der 5. Klasse. Seitdem habe ich mit allen möglichen Modellen fotografiert, die mir zwischen die Finger gekommen sind. Das waren überwiegend No-Name-Kameras. Die erste Spiegelreflex war dann eine Minolta und von da an war es um mich geschehen.

MX und Enduro fotografiere ich seit 2011. Bedingt durch meine Faszination an dem Motorsport und durch meine Leidenschaft zum Fotografieren. Bewegte Objekte sind immer eine Herausforderung. Zudem fahren viele in meinem Freundeskreis Enduro oder Cross und mein Mann auch.

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Wie bist Du auf die Idee für Deinen Logonamen gekommen?

Ich habe nach einen Synonym für die Fotografie gesucht. Nach Wörtern, die das was ich da tue irgendwie schöner umschreiben. Und nach einem Namen, den es so noch nicht gab. Anfänglich wollte ich auch meine Website so benennen, also Momentkonserve.de, wurde aber von Freunden quasi überstimmt und seither heißt es eben „ani.-art.de“.

Welche Motive sind für Dich am interessantesten?

Am liebsten sandige Kurven oder in Kieskuhlen. Der herumfliegende Sand verleiht den Bildern immer eine gute Dynamik und die Fahrer setzen scheinbar immer die Schwerkraft außer Gesetz. Da gehört auch viel Können dazu. Ich stehe auch total auf Matsche-Schlamm und Wasserbilder. Also nicht nur der Sand muss fliegen.
Aufnahmen im Wald sind auch immer sehr schön. Da sind dann keine störenden Elemente, wie Flatterband etc. im Bild, gerade bei Enduristen- das ist ja ihr Element.

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Gibt es lustige Erlebnisse oder hat Dich etwas ganz besonders beeindruckt?

Die lustigsten Momente sind eigentlich die im Fahrerlager, direkt nach dem Rennen. Alle sind fertig, aber glücklich. Da entstehen die liebsten Bilder.
Am meisten beeindruckt hat mich mein Mann. Bei einem Start legte es ihn nieder und er wurde auch am Arm überrollt. Was macht er? Steht auf, rückt den Lenker gerade, klopft sich ab, fährt weiter und wird fünfter. Das ist wirklich sehr beindruckend gewesen. Niemals aufgeben, immer weiter machen. Chapeau!

Du hast Dich ja selbst auch schon im Enduro versucht und bist dann auf Trial umgestiegen. Warum?

Nun, ich bin etwas über 1,60m und komme nur mit den Füßen am Boden an, weil ich die Sitzbank abgepolstert habe und das Federbein hinten runtergeschraubt wurde. Und meine Shenkoo ist ein Eisenschwein. Wenn ich mich hinschmeiße, bekomme ich sie so schnell nicht wieder hoch. Das nervt und macht unsicher. Dann wurde mir eine Trial mehr oder weniger von meinem Mann untergejubelt ;). Es war Liebe auf den zweiten Braaap. Ich komme mit ihr super zurecht und bin wesentlich mutiger, wie mit dem Crosser. Das spornt mehr an.

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Viele schöne Fotos entstehen am Rand der Strecke oder im Fahrerlager. Hast Du noch eines, das Dir in Erinnerung geblieben ist? Gibt es eine Geschichte dazu?

Vom letzten Rennen in Bresegard. Es ist ein Gruppenfoto von meinen Freunden mit ihren Trophäen. Es war ein sehr ausgelassener Moment und alle waren zufrieden mit sich und ihren Leistungen. Und das letzte Rennen in Bresegard ist sowieso immer irgendwie ganz besonders.

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Wen würdest Du gerne mal fotografieren, der Dir noch nicht vor die Linse gekommen ist?

David Knight zusammen mit meinem Freund ;) oder Graham Jarvis.

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Viele Fotografen haben ein Motto, Du auch?

Nicht so richtig, aber einen Lieblingsspruch: „i wish my eyes could take photos“.

Gibt es für Dich ein „NoGo“ an Motiven?

Nö.

Die meiste Arbeit ist ja hinterher, die Bilder auszusortieren und die besten herauszufischen und ggf. zu bearbeiten. Wie verbringst Du Deine Zeit am PC? Fällt es Dir schwer, Bilder zu löschen?

Mittlerweile fällt es mir überhaupt nicht mehr schwer. Alles was meinen persönlichen Anforderungen an einem perfekten Bild nicht gerecht wird, fliegt gnadenlos raus. Da bleiben dann schon mal nur noch 90 von ehemals knapp 1000 Bildern übrig. Und allein das Aussortieren beansprucht eigentlich die meiste Zeit und ist auch die anstrengendste Arbeit, wie ich finde. Jedes Detail wird analysiert, inspiziert und bewertet. Ein Album von einem Rennen, kann dann schon mal vier Abende dauern.

Wie verbringst Du dann die Zeit vorm PC? Mit welchen Fotoprogrammen gehst Du an die Bilder?

Am liebsten mit einer großen Tasse Kaffee. Bearbeitet wird dann mit Photoshop, dem Klassiker.

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Gibt es noch andere Motive die Du gern fotografierst?

Ja, die gibt es. Habe ich zwar noch nie fotografiert, steht aber ganz weit oben auf meiner Wunschliste. Aufnahmen am Strand mit guten Fahrern. Das wäre echt ein Träumchen. Sieht man ja oft in Youtube-Clips. Aber in Deutschland ist das leider nicht gestattet.

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Hast Du Tipps für Hobbyfotografen? Gerade was MX-Fotografie betrifft?

Ein sehr lichtstarkes Teleobjektiv ist schon mal eine gute Basis, damit man die Verschlusszeit so kurz wie möglich halten kann. Dann stelle ich das Messfeld gerne auf einen Punkt. Im manuellen Modus empfiehlt sich auf jeden Fall den Weißabgleich und die Iso auf Automatik zu stellen. Die Lichtbedingungen ändern sich einfach viel zu schnell, als das man mit den Feineinstellungen noch hinterher kommt. Die richtige Belichtung ist schon Zeitaufwendig genug. Die Fahrer sind einfach zu schnell. ;)

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Wenn Du Dir als Fotografin was wünschen könntest in der MX-Fotografie, was wäre das?

Dankbarkeit und Verständnis!
Mit der rasenden Bilderinflation im Netz wird es immer schwieriger, dass Bilder bewusst gesehen werden. Alles ist zugemüllt, alle sind abgestumpft und übersättigt. Im MX/ Enduro-Bereich gibt es einfach viele Hobby-Fotografen. Das macht die Bilder zu leicht zugänglich. Meine Bilder sind immer ein Geschenk an Denjenigen, den sie abbilden. Leider wird das von den wenigsten auch so anerkannt. Wahrscheinlich aufgrund der Vielzahl an Bildern im Netz. Wenn man dann sieht, dass das Bild als Profilbild verwendet wird, aber penibel genau darauf geachtet wird die Signatur/das Logo zu entfernen, ist das kein gutes Gefühl und frustriert extrem.
Ich würde mir einfach wünschen, dass die Bilder nicht als Selbstverständlichkeit gesehen werden und die Leute sich auch ein bisschen mehr für die Person dahinter interessieren würden. Denn in jedem Bild (bei mir zumindest) steckt genauso viel Leidenschaft, wie in einer Minute in Rennen oder hartem Training auf Euren Bikes.

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Wen würdest Du nominieren, wen ich als nächstes interviewen sollte?

Lars Buchholz

Letzte Worte:

Rechts auf laut ;) und immer recht freundlich in die Kamera winken.

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