Interview Holger Dettmann – Extremendurofahrer

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Holger Dettmann: „Es gibt viele die was für den Sport tun möchten. Es ist meiner Ansicht nach wichtig, diese Leute zu erkennen und ihnen Möglichkeiten zu geben, sich zu engagieren.“

11090_827532050623212_8359802444275824050_nUnter welchem Namen kennt man Dich?

Holger

Dein Alter wenn Du magst? 42

Kontakt:

Wer mich finden will, findet mich.

Motorrad? KTM

Auf welchen Strecken trifft man Dich an?

Vellahn ist mein Hometrack.

Welche Meisterschaften bist Du gefahren?

Ich fuhr verschiedenste MX- oder auch Enduroserien, nur meist unvollständig.

Und welche Meisterschaften fährst Du noch aktiv?

Ich versuche die Offroadscrambleserie so oft wie möglich zu fahren, weil ich das Format mag. Außerdem fahre ich ab und an bei den Senioren MX Läufen im Norden als Gast mit.

Lets Rock Photografie

Foto: Heiko Stahl von Let´s Rock Photografie

Ich fasse mal kurz zusammen:

Du bist selbst in aller Welt Extremenduros gefahren. Du warst Streckenchef vom MAXXIS FIM SUPERENDURO WM Lauf in Riesa 2014 und Dir haben wir die FB-Gemeinschaft „Radio Fahrerlager“ zu verdanken.

Habe ich da etwas vergessen? ;)

Ich bin Vater von drei hervorragenden Töchtern und Mann meiner Traumfrau.

Wann hast Du mit dem Fahren angefangen? Wie bist Du dazu gekommen?

Ich habe 2007 begonnen, mich für den Sport zu interessieren und selbst zu fahren. Ich wurde durch einen Freund auf den Geschmack gebracht und es wurde eine Leidenschaft. Manche sagen, es wäre bei mir zu einer Sucht verkommen. Egal. ;)

1597097_751688004898833_8109706403016215606_oWelche Erinnerungen verbindest Du mit Deinen Fahranfängen?

Schmerzhafte (lach). Gleich bei meinem ersten Rennen brach ich mir Teile meiner linken Mittelhand. Dies lag wohl zum einen an mangelndem Fahrkönnen und zum anderen an meinem gottgegebenen Ehrgeiz.

An der fehlenden Leistung meines ersten Mopeds kann es nicht gelegen haben. Mit der KTM 525 erfüllte auch ich das Klischee eines Anfängers. (Lach)

Moving Pictures

Foto: Julia – moving pixtures

Gab es einen großen Erfolg, an den Du Dich immer besonders gern erinnerst?

Der größte Erfolg für mich ist es, über die Ziellinie zu fahren und zu wissen, dass ich alles was möglich war gegeben habe. Dies war z.B. 2011 bei der „Roof of Africa“ so, als ich nach der Zielankunft wegen Dehydrierung wie achtzig aussah, aber gefinisht habe.

Was hat sich seit dem im Motorsport Deiner Meinung nach geändert?

Sicherlich machen sich Generationswechsel in den Führungsetagen der Vereine meist positiv bemerkbar. Außerdem nehme ich eine Entwicklung wahr, welche in Richtung Breitensport geht und der Sport weniger durch die ambitionierten Wettbewerbsfahrer geprägt ist. Ich sehe das weder negativ noch positiv, ist mein Eindruck. So verbinden viele das „Crossen“ mit gemeinsames Grillen und Spaß mit Freunden zu haben. Weniger zu finden sind fokussierte Racer. Es wird in Zukunft darum gehen, beiden Gruppen gerecht zu werden und nicht alle in ein Korsett pressen zu wollen. Dies wäre Gift für den Sport.

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Ich habe das Gefühl, egal wo Du Dich auf der Welt gerade herumtreibst, Du bist immer für alle erreichbar. Wie lässt das Dein Zeitplan überhaupt zu und wie wichtig ist Dir das?

Ich habe ein IPhone. (lach) Zeit haben wir alle die Gleiche, wie man diese nutzt bzw. einteilt ist jedem selbst überlassen. Ich tue das, was ich tue, gern. Warum sollte ich nicht erreichbar sein?

Gibt es ein Privatleben, einen Holger den man nicht kennt? Oder ist das alles Dein Leben?

Ich habe keine Geheimnisse (lach) und ich führe genau das Leben was ich führen will.

Zona EnduroWas macht Dir von allem am meisten Spaß? Bist Du eher Fahrer oder Mentor oder Organisator?

Hat alles seinen Reiz.

Ich weiß, dass Du sehr viel von der Arbeit hinter den Vereinen weißt, da Du auch selbst sehr aktiv mitwirkst. Leider wird die Arbeit selten gut genug geschätzt. Wie siehst Du das?

Wie ich schon zuvor gesagt habe, der Sport wandelt sich und damit gibt es viele neue Herausforderungen. Meine Meinung ist, dass sich die Vereine vielmehr öffnen sollten. Der Nachwuchs kommt meist aus dem familiären Umfeld derer, die schon im Sport zu Hause sind. “ Frisches Blut“ für den Sport zu begeistern und durch attraktive Angebote Mitglieder für Vereine zu werben, könnte die Vereine und den Verband stärken, um öffentlich wahrgenommen zu werden. Vereinsarbeit als solches ist immer undankbare Arbeit, welche generell unterschätzt wird. Viele die brüllen und sich ereifern haben nie etwas zu Stande gebracht und scheuen sowieso die Verantwortung.

Der Tag hat ja nur 24 Stunden, aber wenn Du noch mehr Zeit und Möglichkeiten hättest, wo würdest Du Dich noch einbringen wollen?

Ich denke, dass mein Engagement ausgereizt ist. Weiterer Bedarf besteht nicht.

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Hast Du ein Motto?

Es gibt kein „Nein“! Es gibt nur ein „so nicht“ oder ein „noch nicht“.

Video Zona Enduro / Youtube-Holger Dettmann – Red Bull Romaniacs 2014 Finisher

Hand aufs Herz! Was war Dein peinlichster oder lustigster Moment in Deiner Offroad-Karriere?

Da gibt es haufenweise auf und neben der Strecke (lach) Der Absturz in einem Hang bei den Romaniacs und die daran anschließende Bergung von Mann und Maschine, war in dem Moment sehr peinlich, im Nachhinein aber immer wieder ein großer Lacher bei denen, die dabei waren und geholfen haben.

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Wer oder was hat Dich in den ganzen Jahren am meisten beeindruckt?

Sportlich sicher Björn Feldt. So sieht hart erarbeiteter Erfolg aus.

Gibt es jemanden, den ich Deiner Meinung nach mal für ein Interview gewinnen sollte?

Unbedingt Heinrich Teegen vom MC Rehna. Eine der wichtigsten und charismatischsten Personen der norddeutschen Offroadszene.

Letzte Worte:

Es gibt viele die was für den Sport tun möchten. Es ist meiner Ansicht nach wichtig, diese Leute zu erkennen und ihnen Möglichkeiten zu geben, sich zu engagieren. Viel zu oft regiert der Spruch: „Das haben wir schon immer so gemacht“. Selbst wenn mal was scheitern sollte, bringt es niemanden um und macht im Nachhinein nur schlauer.

ActionLens

Foto: Actionlens.ro by Claudius Vasilescu

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