Interview MX-Kanthak-Fotograf Denny Schöpling

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Was wären damals Renntage ohne Fotos von MX-Kanthak gewesen?

Denny fotografierte schon, da hatte ich noch nicht mal daran gedacht. Er war damals einer von sehr wenigen Hobby-Fotografen auf den Crossstrecken. Die Fotos waren umso begehrter und jeder hoffte, sich auch auf einem der Fotos wieder zu finden. Wie habe ich ihn damals um seine Kamera-Ausrüstung beneidet.
Heute gibt es von jedem Rennen und Trainingstag unzählige Fotos. Sie werden oft als selbstverständlich angesehen und sind zum Leidwesen der Fotografen zur „Eintagsfliege“ geworden.
Da Denny selbst ja auch lange Jahre gefahren ist, wusste er nur zu gut, wo man für tolle Momentaufnahmen stehen sollte.

Danke Denny für Deine Inspirationen!

Unter welchem Namen kennt man Dich?

Denny Schöpling (Kanthak), mxkanthak :)

Wie alt bist Du?

30 Lenzen nun schon alt

Kameraausrüstung war?

Angefangen habe ich mit einer No-Name-Digital-Kamera, danach hatte ich dann eine
Nikon DSLR und zum Schluss eine Canon 1000D mit Peleng 8mm Fisheye Objektiv, 70-200 2.8L Objektiv und Standard Kit Objektiv

Kontakt Facebook: Denny Schöpling

Wie lange hast Du MX fotografiert?

Ich glaube das waren insgesamt so um die 7 Jahre.

so fing alles an

so fing alles an ;-)

Von wann bis wann bist Du selbst gefahren?

Ich bin von 1997 bis 2002 MX gefahren bzw. gerollt. ;)

Auf welchen Strecken / Rennen traf man Dich an?

Als Fahrer war ich eigentlich nur in Brandenburg unterwegs. Als Fotograf in Brandenburg, vereinzelte Rennen zu sämtlichen Pokal Läufen bis hin zur Weltmeisterschaft.

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Foto: mxkanthak – Schwedt

Erst einmal zu Dir als ehemaliger MX-Fahrer. Du bist ja selbst viele Jahre auch ganz erfolgreich gefahren. Warum hast Du aufgehört? Und was war Dein größter Erfolg?

Naja, erfolgreich würde ich jetzt so nicht sagen, aber danke für das Lob :). Ich habe mir im Jahr 2002 bei einem Rennen in Alt Golm den Halswirbel gebrochen und die Schulter ausgekugelt. Es war damals eine Schocknachricht für meine ganze Familie gewesen. Nach einigen Tagen und Wochen nach meinen Unfall haben wir uns (meine Eltern und ich) an einen Tisch gesetzt und haben entschieden, dass ich nach dem OK vom Arzt wieder fahren darf. Nach einem Jahr ohne Bike habe ich wieder angefangen zu trainieren und war auch wieder gut an meinem Speed von früher dran. Dann habe ich mir aber beim Training den Oberschenkel und das Schlüsselbein gebrochen und von da an bin ich nun ohne Bike unterwegs. Meinen größten sportlichen Erfolg hatte ich in Dreetz 2002, als ich von letzter Stelle bis in die Punkte gefahren bin.

Aber im Großen und Ganzen war jedes Training und jedes Rennen ein persönlicher Erfolg für mich.

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Denny Schöpling (Kanthak)

Fehlt es Dir heute? Was daran ganz besonders?

Naja, fehlen tut es mir irgendwo schon. Aber mit meinen Verletzungen und so, kann und will ich es irgendwo nicht mehr riskieren aktiv zu fahren. Mal ein oder zwei Runden irgendwo fahren, das macht Spass, aber mehr geht nicht mehr. Das Besondere an dem Sport ist, dass wenn du auf dem Bike sitzt, immer alles vergessen kannst. Man hatte keine Sorgen, keine Probleme, kein Nix. Die Welt um dich herum schien still zu stehen und das ist das Gute daran gewesen. Jedenfalls ging es mir dabei immer so. :)

Deine Familie fährt jetzt, richtig? Was bedeutet Dir das?

Ja unser großer Sohn fährt seit gut eineinhalb Jahren. Er ist dieses Jahr sein erstes Rennen beim Barnim-Cup mitgefahren und ich war schon echt verdammt stolz auf ihn. Es bedeutet mir sehr viel, dass er den Sport für sich gefunden hat. Und ich werde ihn so gut es geht darin unterstützen.

Sohn

Wie bist Du dazu gekommen, auf das Fotografieren umzusteigen?

Wenn man einmal mit Motocross zu tun hatte, dann lässt es einen einfach nicht mehr los. Und dann kam ich irgendwie auf die Idee mir eine kleine Kamera zu kaufen und einfach mal nach Wriezen und Dannenberg zu fahren, um ein paar Fotos zu machen. Ja und daraus wurde dann schnell eine neue Leidenschaft. Die Internetseite war schnell aufgebaut und alle Fotos wurden ein wenig besser.

Welche Motive haben Dich besonders gereizt?

Hauptsächlich fand ich die Kurven und Sprünge am besten.

Drehna12.04.2008_Teil1 525

Gibt es lustige oder erinnerungswürdige Fotos oder Aktionen, die Dir besonders im Gedächtnis geblieben sind?

Ja die gibt es. :) 2006 in Schwedt ist mein persönliches Lieblingsbild entstanden. Ich stand fast während dem gesamten Training der heutigen ADAC MX MASTERS Serie an einem schönen Kurvensprung. Die ganze Zeit habe ich nur darauf gewartet, dass irgendein Fahrer im Sprung zu mir schaut. Und dann kam endlich der eine Moment, in dem Max Nagl im Sprung zu mir rüber sah. Also hab ich genau in dieser Sekunde abgedrückt. Danach wollte ich zum KTM Sarholz Truck, um es Max gleich zu zeigen. Er hat mich gesehen, kam auf mich zu und hat mich gleich nach dem Foto gefragt. Ich habe es ihm natürlich gleich gezeigt und er und sein Vater waren hell auf begeistert.

DSC_5057 Kopie

Dann war ich auch mal in Gotha unterwegs und hab mich dort mit Alexandra Haupt und ihrem Freund getroffen. Das war auch mal was Besonderes so ganz neben der Strecke.

Wen hast Du fotografiert, was Dich am meisten gefreut hat oder wo du den größten Spass hattest?

Ich habe eigentlich jeden Fahrer auf der Strecke fotografiert. Am meisten hat es mich gefreut, abends im Fahrerlager mit den Leuten zu sitzen und zu reden. Den größten Spass hatte ich mit den Grybowski Twins und Dominik Schunke.

Ich selbst sitze noch nach einem Rennen bis spät in die Nacht am PC, um die besten 3 Fotos sofort zu entdecken. Welche Fotos reizten Dich am Ende des Tages am meisten?

Größten Teils habe ich mich auf spezielle Kurven, Sprünge und Fahrer konzentriert. In der Landesmeisterschaft bis hin zur Weltmeisterschaft war mir persönlich wichtig, dass ich meine Favoriten gut getroffen habe.

Viele Fotografen haben ein Motto, Du auch?

Motto? Was ist das? Also für mich zählt nur, dass ich Spass an dem habe, was ich mache.

mxaltrebbin 029

Warum fotografierst Du nicht mehr? Was machst Du stattdessen?

Ich habe 2011 mit meiner Frau eine Familie gegründet und wir haben nun 3 sehr coole Kinder. Und deswegen fotografiere ich nicht mehr. Ich möchte lieber die Zeit mit meiner Familie verbringen. Außerdem bin ich ja dem Sport trotz alledem noch treu geblieben, in dem unser Sohn und auch meine Frau Motocross fahren.

Sehen wir Dich auch irgendwann mal wieder als Fotograf oder Fahrer?

Ich sag es mal so: Nichts ist unmöglich. Fotografieren irgendwann denke ich mal schon. Als Fahrer vielleicht auch, aber nur so aus Spass ein oder zwei Runden. Es sei denn, der Andre Weinert fordert mich mal wieder zu einen kleinen Duell heraus. ;) haha

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Hast Du Tipps für Hobbyfotografen? Gerade was MX-Fotografie betrifft?

Ja klar hab ich die: Spielt viel mit eurer Kamera rum. Versucht immer wieder neue Dinge und fotografiert nicht einfach nur im Sportmodus oder so. Denn das kann ja jeder.

Wen würdest Du nominieren, wen ich als nächstes interviewen sollte? Warum?

Da gibt es viele. Toni Wolff, Danny Siromski, Dominik Schunke, die Grybowski Twins ;).

Letzte Worte:

Break ya neck but keep on rollin!!!

Drehna12.04.2008_Teil1 359

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