Interview #45 Sascha Wunderlich

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Am Startgatter neben Dir, da steht der Sascha Wunderlich!

Freudig überrascht war ich, das der Sascha da gleich mal bei CrossBloXX.de mit macht! Sascha ist einer von den Exoten, die man selten aber dafür umso stylischer vor die Kamera bekommt. Der Nachname passt und meine Festplatte freut sich!

Dannenberg19.08.2008_DennyKanthak

Foto: Denny Kanthak

 

Unter welchem Namen kennt man Dich?

Säsch, Sascha oder Langer

Dein Alter, wenn Du magst: Ich bin noch 38!

Motorrad: Honda CRF 450

Kontakt/Facebook: Sascha Wunderlich

Sponsor? Ford Lukat, FGT Biesenthal

Verein? MC Zepernick

Seit wann fährst Du schon?

Motocross seit 2000, aktiv ab 2001

Welche Meisterschaften bist Du gefahren?

LM Berlin-Brandenburg (Clubsport und Open), den ein oder anderen Pokallauf, BarnimCup oder andere offene Läufe

Wie bist Du dazu gekommen, Deine Wochenenden auf Crossstrecken zu verbringen? Wem hast Du es zu verdanken?

Ich war schon immer begeistert vom Motorsport. Mein Bruder ist damals (vor der Wende) Enduro gefahren. Wir hatten hier im Ort einen eigenen Verein und ich konnte dann an den Wochenenden auch immer mit zu den Rennen fahren. Nach der Wende war das alles weg und jeder ging seinen eigenen Weg. Ich wäre gern Motorrad gefahren, was aber leider nicht ging. Kurzum, keiner wollte diesen Aufwand betreiben und sich die Wochenenden auf irgendwelchen Strecken um die Ohren hauen. Ich musste dann also erstmal mein eigenes Geld verdienen, um mir dann ein Motorrad und einen Anhänger zu kaufen.

Ich fand dann aber bei meinen ersten eigenen Fahrversuchen Anschluss zu einer tollen Truppe, mit denen ich dann auch immer unterwegs war. Stefan (Bansemer) kannte ich bereits von der Schule, Robert (Kühn) und Sven (Lukat) waren also meine ersten Buddys. Sven hat mir das Rennen fahren erst möglich gemacht, da er uns für die Rennwochenenden immer einen Transporter zu Verfügung gestellt und auch so immer unterstützt hat. (Wir verbringen auch heute noch die freien Wochenenden zusammen auf der Strecke.)
Und wenn man erst einmal Blut geleckt hat, wie das so mit dem geilsten Sport der Welt funktioniert, dann kommst du nicht mehr davon weg.

L M Open Dreetz 15.04.207_WinfriedKastler

Foto: Winfried Kastler

Was fasziniert Dich so an MX ? Es steckt ja auch viel Arbeit/Aufwand und Geld in der Vorbereitung, Nachbereitung?

ALLES!!! Ich finde das es eine der intensivsten Sportarten ist, da man so viele Sachen gleichzeitig machen muss und natürlich fit sein sollte. Es ist ein toller Ausgleich, um den Kopf frei zu bekommen und auch seine körperlichen Grenzen auszutesten. Wenn man immer Sonntags nach dem Rennen todmüde ins Bett gefallen ist, hat man sich aber am nächsten Tag schon wieder auf das nächste Wochenende mit den anderen Verrückten gefreut. Das hat die restliche Woche schon erträglicher gemacht ;-).
Zu meiner aktiven Zeit habe ich alle anderen Sachen hinten angestellt, sonst hätte ich das alles nicht unter einen Hut bekommen. Der Rest der verdienten Kohle ging fürs MX drauf und die Feierabende in der Woche wurden zum Großteil in der Werkstatt verbracht.

Was war bisher Dein größter Erfolg?

Neben meiner Tochter und meiner Freundin natürlich der ein oder andere Pokal ;-)!!

Wie hattest Du Dich immer auf die Rennen vorbereitet bzw. bereitest Dich noch vor?

Da ich auch damals schon beruflich sehr eingespannt war, blieb mir in der Woche nicht die Möglichkeit Motorrad zu fahren. Also ging ich nach Feierabend ne Runde joggen oder im Sommer abends nochmal in den See. Im Winter war ich immer viel schwimmen. Du glaubst gar nicht, wen man in so einer Schwimmhalle alles trifft.. meist diejenigen, die keine Zeit für Training haben. Das war manchmal sehr lustig, da auf den Bahnen dort schon das erste Kräftemessen statt fand ;-).

Seit einiger Zeit fährst Du nicht mehr so oft. Wo versteckst Du Dich und was treibst Du?

Meine aktive Karriere wurde beim letzten LM-Lauf 2010 in Schenkenhorst durch eine durch die Luft fliegende Kawa auf Eis gelegt. Meine bereits kaputte Schulter hatte damit den Rest bekommen und das musste erstmal wieder alles repariert werden. Zwei Tage später habe ich dann noch einmal im Abendstudium dreieinhalb Jahre die Schulbank gedrückt.
Und natürlich war der Zwerg auf dem Weg.
Im nächsten Jahr wollen wir unser eigenes Reich bauen, sprich ne große Garage, mit Werkstatt und Wohnraum drum herum ;-).

Bensdorf11.04.2010 DennyKanthak

Foto: Denny Kanthak

Auf welchen Strecken kann man Dich denn noch antreffen? Und warum auf diesen Strecken?

Ich bin die letzten Jahre fast nur in Juchte gewesen. Leider gibt es ja seit diesem Jahr diese Strecke nicht mehr. Das war nur 30 Minuten von mir entfernt und da konnte man auch am Sonntag mal schnell ein paar Runden drehen (zwischen Mittagsschlaf und Kaffee). Dannenberg, Fürstenwalde oder Chojna gehen auch noch von der Entfernung und dort fahre ich auch ab und an.

Was machst Du stattdessen als Ausgleich? Eine andere Sportar? Was hält Dich fit?

Ich versuche schon noch so oft wie möglich auf dem Motorrad zu sitzen. Aktuell klappt das auch ganz gut. Ansonsten habe ich Hindernisläufe wie Tough Mudder, XLETIX-Challenge oder Cherokee-Run für mich entdeckt. Das powert aus und dreckig wird man dabei auch ;-). Motocross ist aber nach wie vor die Nummer eins.

Hast Du ein Motto?

Wer Innen ist, ist Chef! (Zitat: Hartmut Kunkel)

Das geht mir die ganzen Jahre nicht aus dem Kopf und ist doch mal ne Ansage.

Luckau20.07.2008 _DennyKanthak

Foto: Denny Kanthak

Gab/gibt es Glücksbringer oder Rituale von Dir an Renntagen oder am Startgatter? Was waren Deine letzten Gedanken, bevor das Gatter fiel?

Ich bin ein absolut schlechter Starter. Die Aufregung steigt jedesmal ins Unermessliche. Ich kann mich noch an ein Rennen erinnern, da sollte ich vor dem Start noch schnell nen Schluck Bier trinken, damit ich ruhiger werde :-). Meine letzten Gedanken waren immer, sicher um die ersten zwei Kurven und dann los.

Werden wir Dich bald mal wieder bei Rennen anfeuern können?

Haben wir uns nicht letztes Wochenende getroffen?
Ich würde niemals nie sagen. Es ist nicht auszuschließen, das ich nochmal einsteige. Einen zeitlichen Rahmen habe ich mir nicht gesetzt. Das ein oder andere Rennen fahre ich bestimmt, wenn es zeitlich passt. Oder jemand mich überredet.

Wenn Du 10 Jahre weiter denkst, wo siehst Du Dich da?

Ich hoffe bis dahin alle Schäfchen im Trockenen zu haben und vielleicht mit den Buddys von früher noch im Dreck zu wühlen.

Was ist Dein lustigstes Erlebnis beim MX gewesen oder was hat Dich am meisten beeindruckt?

Ach da gibt es so viele lustige Sachen und tolle Momente. Das würde hier den Rahmen sprengen.

Na gut, eine kurze Anekdote: Robert und ich kamen aus Dreetz vom Rennen und fahren gemütlich auf der Autobahn. Auf einmal fängt er an zu schreien und steht kerzengerade im Transporter. Ich wollte wissen was los ist und er meinte nur, ich solle sofort anhalten, er hat einen Krampf im Oberschenkel. Also ab auf den Standstreifen, Warnblinker an, beide raus und ich habe vor ihm gekniet und musste den Oberschenkel massieren, bis der Krampf weg war. Die Blicke der Autofahrer, unbezahlbar :-)))).

Templin14.09.2008 _DennyKanthak

Foto: Denny Kanthak

Wen würdest Du nominieren, wen ich als nächstes interviewen sollte?

Frag mal Robert Kühn.

Letzte Worte:

Ich möchte hier einmal Danke sagen. Danke Sven, für die jahrelange Unterstützung und die tolle Freundschaft, die sich daraus entwickelt hat (und natürlich deine Geschichten aus der 500er WM-Zeit ;-))). Danke Robert, für die schönen Zeiten gemeinsam bei den Rennen und die Abende in der Werkstatt, damit am Wochenende wieder angegriffen werden konnte. Danke Familie Koch, besonders Onry und Papa Koch für die Unterstützung und Verpflegung an den Rennwochenenden. Leider sieht man sich viel zu selten.
Und natürlich tausend Dank an meine Annika, die mir immer den Rücken freihält, auch wenn es nicht immer einfach ist bei so einem Hobby.

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Foto: Koepi Pictures

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