Interview # 71 Frank Hoffmann

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Am Startgatter neben Dir, da fehlt # 71 Frank Hoffmann!

Frank kenne ich bereits seit 15 Jahren. Ich war bei seinem ersten Rennen `BarnimCup Dannenberg´ dabei. Während Frank sich gedanklich nervös (so ging es wohl allen von Euch) auf sein erstes Rennen vorbereitete, standen die bereits gefahrenen Jungs neben ihm und unterhielten sich aufgeregt über die schon gesehenen Stürze. Sehr feinfühlig. ;-)

Unter welchem Namen kennt man Dich?

Ich heiße Frank Hoffmann, aber die meisten kennen mich als Dackelfrank

Dein Alter, wenn Du magst: Ich bin 32 Jahre jung!

Motorrad: Honda CRF 250

Kontakt/Facebook: Frank Hoffmann

Sponsor/Verein? Speedway-Team Wolfslake

Seit wann fährst Du? Motocross seit 1999

Welche Meisterschaften bist Du gefahren? LM Berlin/Brandenburg – bis 2013

Wie bist Du dazu gekommen, Deine Wochenenden auf Crossstrecken zu verbringen? Wem hast Du es zu verdanken?

Zum Motorsport bin ich durch meinen Vater gekommen. Er ist früher Speedway Rennen gefahren und hat mich als Kind immer auf die Rennbahn mitgenommen. Mit 5 Jahren habe ich mein erstes Bike bekommen und habe bei uns in Wolfslake auf der Speedwaybahn damit meine ersten Gehversuche gemacht. Seitdem war Motorsport nicht mehr aus meinem Kopf zu kriegen. Als ich dann damals eine der ersten MOTO X Hefte in die Pfoten bekam, sah ich darin ein Bild von einem Freerider, welches mich ziemlich beeindruckte. Das war genau mein Ding! Also tauschte ich Speedway Bike gegen ein MX Bike und bin mit meinem Schulfreund Martin, der damals schon MX fuhr, auf die Piste gegangen. Der erste Ausritt verlief sehr holprig und schwierig für mich. Es war ungefähr so, als würde ich auf einem wütenden Stier sitzen, den man vorher nochmal kräftig in die Eier getreten hat. Seitdem fahre ich regelmäßig Motocross.

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Was fasziniert Dich so an MX ? Es steckt ja auch viel Aufwand und Geld in dem Hobby?

Motocross ist für mich so faszinierend, weil der Sport dreckig, laut und schnell ist und von außen betrachtet sehr spektakulär aussieht. Man kann einfach mal so richtig Dampf ablassen! Darüber hinaus hat die MX Szene eine Menge verrückte Typen und einen
coolen Lifestyle, mit dem ich mich sehr gut identifizieren kann.

Wir haben Dich eine Zeit lang nicht mehr auf der Crossstrecke gesehen. Wo steckst Du?

Ich stand 2013 das letzte mal am Gatter, seitdem war ich nur noch zum Training auf dem Bike. Zur Zeit bilde ich mich aber gerade beruflich weiter und habe kaum Zeit zum fahren, da ich jedes Wochenende die Schulbank drücke.

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Fotograf: Robert Loughlin

Deine Verletzungsreihe ist ja nicht gerade kurz. Werden wir Dich bald wieder sehen und anfeuern können?

Ja, die Sache mit den Verletzungen ist ein unschöner Nebeneffekt, den der Sport so mit sich bringt. Das habe ich ja leider schon oft genug am eigenen Leib in Erfahrung bringen müssen. Im April habe ich mir beim Training das Kreuzband gerissen und hatte eine Weile daran zu knabbern. Als ich wieder so einigermaßen auf den Beinen war, verletzte ich mich
erneut am Knie und brach mir die Kniescheibe. Aber selbst im Krankenhaus ging es immer munter zur Sache und ich habe viel zu lachen gehabt mit den netten und attraktiven Krankenschwestern. Sogar als ich meinen Rollstuhl beim Wheelie fahren gecrasht habe, haben diese mir sofort einen Neuen besorgt.
Der schwere Unfall im Jahr 2013 von meinem Kumpel Basti hat mich aber sehr nachdenklich gemacht und dazu bewegt keine Rennen mehr zu fahren, sondern bloß noch „just for fun“.

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Was war bisher Dein größter Erfolg?

Da ich es nie geschafft habe mal aufs Siegerpodest zu kommen, würde ich für mich persönlich, meinen ersten „Heelclicker“ und „No Hander“ als Erfolg anerkennen.

Aber weil sich „No Hander“ unsicher anfühlen, mache ich diesen Trick nicht mehr!

Wenn nicht MX, was treibst Du dann? Eine andere Sportart? Was hält Dich fit?

Neben dem Motocross fahre ich noch ein bisschen Dirt Jump MTB. Aber ich gehe auch gerne joggen, dabei kann ich immer sehr gut abschalten und es hält mich fit.

Weitere Hobbys von mir sind Kochen und Punkrock.

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Fotograf: Robert Loughlin

Hast Du ein Motto?

Sex, Drugs and Rock´n Roll!

(Meine Droge ist MX! Es macht süchtig und schadet dem Körper!)

Gibt es Rituale von Dir an Renntagen oder am Startgatter? Was sind Deine letzten Gedanken, bevor das Gatter fällt?

Früher habe ich am Startgatter stehend schon wie wild am RollOff gezogen, weil ich so aufgeregt war. Daraus ist irgendwann für mich ein Ritual entstanden. In der heißen Phase am Start, war ich aber manchmal etwas genervt, wenn der Starter sich beim auslösen der Startanlage Zeit gelassen hat. Ansonsten war ich aber immer sehr konzentriert und frei von Gedanken.

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Fotograf: Robert Loughlin

Wenn Du 10 Jahre weiter denkst, wo siehst Du Dich da?

In 10 Jahren sehe ich mich hoffentlich als erfolgreichen Malermeister auf dem Arbeitsmarkt und will auch dann noch Bestandteil in der MX Szene sein.

Vielleicht habe ich bis dahin auch schon für Nachwuchs gesorgt, der dann in meine Fußstapfen tritt?
Egal wo die Reise in 10 Jahren hinführt, auf jeden Fall möchte ich gesund bleiben und ein passendes Weib geangelt haben!

Was ist Dein lustigstes Erlebnis beim MX gewesen oder was hat Dich am meisten beeindruckt?

Ein unvergesslicher Moment ereignete sich vor ein paar Jahren, als ich mich mit Kumpel Werner spontan zum Training auf unserer nicht ganz so legalen Strecke verabredete. Wir hatten gerade ein paar zackige Runden gerissen, da bemerkten wir auf einmal einen Polizei-Hubschrauber über unseren Köpfen. „Jetzt haben die uns bei den Eiern“, dachten wir und waren etwas ratlos, weil eine Flucht ausweglos erschien. Also haben wir das getan, was Jeder in unserer Situation gemacht hätte, und flüchteten. Wir verschanzten uns in Werner’s Transporter, der etwas weiter entfernt neben einer Autobahn parkte und glaubten den Hubschrauber abgehängt zu haben. Aber der Hubschrauber tauchte recht schnell wieder auf und kreiste über dem Transporter. Wir beobachteten den Hubschrauber eine ganze Weile und blödelten herum. Da rissen plötzlich und unverhofft ein paar uniformierte Gestalten mit gezogenen Pistolen die Schiebetür auf und forderten uns mehr oder weniger höflich auf, sofort mit erhobenen Händen den Transporter zu verlassen. Während wir unsere Nasen an der Heckscheibe platt drückten, hatten wir nicht bemerkt, dass sich die Bullen über die Autobahn angeschlichen hatten. Da standen wir nun also vor den Bullen mit hängenden Schultern und abgesenktem Kopf und mussten nervige Fragen beantworten. Mit einem Platzverweis sind wir aber jedenfalls gut davon gekommen.
Ein weiterer Höhepunkt war der Koitus auf dem höchsten Punkt der Strecke in Schenkenhorst, während sich alle anderen im Fahrerlager auf der „After Race Party“ die Kante gaben.

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Fotograf: Robert Loughlin

Wen würdest Du nominieren, wen ich als nächstes interviewen sollte?

Ich nominiere Sebastian Jung für ein Interview, weil er zu meinen engsten Freunden gehört und auf eine erfolgreiche Laufbahn zurückblicken kann.

Letzte Worte:

Abschließend möchte ich mich bei Dir für dieses Interview bedanken. Ich hoffe, wir sehen uns bald mal wieder und bestell Werner liebe Grüße von mir!

1 Kommentar

  1. Andre (Werner) Weinert on

    Hi Frank, die Grüße sind bei mir angekommen :-) Ich denke oft an diesen schönen Tag mit den netten Polizeibeamten und muss immer wieder lachen dabei. Es ist immer eine geile Zeit wenn wir Beide unterwegs sind.

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